IDW

EHFG 2020: Diskussionen über neue Partnerschaftsmodelle für ein stärkeres und vereintes Europa

Veröffentlicht



Teilen: 

10.08.2020 10:58

EHFG 2020: Diskussionen über neue Partnerschaftsmodelle für ein stärkeres und vereintes Europa

In einer Zeit, in der die Coronavirus-Pandemie die Gesundheitssysteme bis an die Grenzen und darüber hinaus belastet und unser soziales, wirtschaftliches und politisches Leben auf den Kopf gestellt hat, exploriert das diesjährige European Health Forum Gastein (EHFG) neue Partnerschaftsmodelle, um Gesundheit für alle voranzubringen. Diese Diskussionen finden unter dem Thema „Tanzen mit Elefanten – Neue Partnerschaften für Gesundheit, Demokratie, Wirtschaft“ statt.

Das EHFG 2020 setzt erstmals auf ein digitales Format, bewahrt jedoch gleichzeitig seinen einzigartigen „Gastein“ Charakter durch ein vielfältiges Angebot an interaktiven Plenarsitzungen, Workshops und Pressekonferenzen.

Unter dem Thema „Tanzen mit Elefanten – Neue Partnerschaften für Gesundheit, Demokratie, Wirtschaft“, hat sich das diesjährige European Health Forum Gastein (EHFG) zum Ziel gesetzt, neue Partnerschaftsmodelle für Gesundheit und Wohlbefinden zu erforschen. Mit einer Reihe von erstklassigen Rednern in Plenarsitzungen und Workshops findet das EHFG vom 30. September – 2. Oktober 2020 erstmalig seit seiner Gründung im Jahr 1998 in einem interaktiven, digitalen Format statt.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Grenzen selbst der fortschrittlichsten Gesundheitssysteme offenbart. Sie hat außerdem eine neue Welle von wirtschaftlichem und politischem Nationalismus ausgelöst und gefährdet zunehmend den hart erkämpften Fortschritt der vergangenen Jahre in verschiedensten Gesundheitsbereichen. Gleichzeitig hat die Krise vermeintlich neue Impulse für nachhaltige, tiefgreifende Veränderungen geschaffen. Neue sektor- und grenzüberschreitende Partnerschaften, um politische und kommerzielle Gesundheitsdeterminanten anzugehen, werden entscheidend sein, um einer ungewissen Zukunft entgegenzutreten und zur Stärkung eines demokratischen und vereinten Europas beizutragen.

Im Eröffnungsplenum des diesjährigen EHFG soll, vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, ein Umdenken bestehender sozio-ökonomischer Strukturen angeregt und Visionen für einen nachhaltigen, demokratischen und gesunden europäischen Weg geteilt werden. Die Plenarsitzung am Donnerstag konzentriert sich auf das Potenzial und die Gefahren digitaler Technologien, insbesondere im Zusammenhang mit COVID-19, und analysiert die Ambitionen Europas, einen gemeinsamen Standard für die Verwaltung von Gesundheitsdaten zu schaffen. Die abschließende Plenarsitzung am Freitag erörtert, wie sich die Rolle der Gesundheit in der europäischen Politik ändern könnte und sollte, insbesondere auch in Hinblick auf die zukünftige Pandemievorsorge und globale Zusammenarbeit.

Das EHFG 2020 umfasst vier thematische Tracks. Der Track „Innovation vorantreiben“, analysiert kritisch, wie InteressenvertreterInnen Innovation sowie deren gerechten und nachhaltigen Zugang beschleunigen und verbessern können. Dies ist unerlässlich um zukünftigen Gesundheitsbedrohungen, wie beispielsweise der wachsenden Gefahr durch Antibiotikaresistenzen, entgegenzuwirken und gleichzeitig digitale Gesundheitslösungen voranzutreiben. Der zweite Track „Robuste Systeme“ sucht nach Ansätzen, die den Aufbau widerstandsfähiger Gesundheitssysteme fördern. Konzepte der Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Demokratie sind auch hier von zentraler Bedeutung. „Von Daten zu Entscheidungen“ beschäftigt sich mit dem dynamischen Charakter von wissenschaftlichen Erkenntnissen und der damit einhergehenden Herausforderung, wie und wann Forschungsdaten in der Praxis umzusetzen sind. Der finale Track „Empowerment und Handlungsfähigkeit“ diskutiert, wie Menschen zu „Akteuren des Wandels“ in der Gesundheitspolitik werden und sich auch und gerade bei heiklen Themen Gehör verschaffen können.

Zu den HauptrednerInnen des EHFG 2020 gehören unteranderem:
• Hochrangige RegierungsvertreterInnen sowie GesundheitsministerInnen aus Österreich, Deutschland, Portugal, Malta und Slowenien
• Andrea Ammon, Direktorin, Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC)
• Carly Kind, Direktorin, Ada Lovelace Institute
• Caspar Klynge, Vizepräsident, European Government Affairs, Microsoft
• Colin Crouch, Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
• Hans Kluge, Regionaldirektor des Europa-Büros der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
• Ilona Kickbusch, Gründungsdirektorin des Global Health Programme, Graduate Institute of International and Development Studies Geneva
• Katherine Trebeck, Advocacy & Influencing Lead für die Wellbeing Economy Alliance

Clemens Martin Auer, Präsident des EHFG, betont die Bedeutung des diesjährigen Themas: „COVID-19 hat unsere Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen gestellt und das Wohlergehen und den Wohlstand der Bevölkerung sowie auch fundamentale Grundrechte und Freiheiten in Frage gestellt. Wir haben noch zehn Jahre Zeit, die ‘Sustainable Development Goals’ zu erreichen. Deshalb müssen wir unverzüglich und kritisch prüfen, wie uns neue Partnerschaftsmodelle über Sektoren und Grenzen hinaus wieder auf Kurs bringen können. Nur wenn wir uns jetzt mit kontroversen Themen befassen, können wir aus der größten Gesundheitskrise der Neuzeit gestärkt hervorgehen und nachhaltig einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung gewährleisten.“

Das diesjährig digital stattfindende EHFG setzt seine langjährige Tradition der Mitgestaltung der Gesundheitspolitik in Europa fort und freut sich darauf, mit den HauptakteurInnen der öffentlichen Gesundheit zu „tanzen“.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

press@ehfg.org
lisa@ehfg.org


Weitere Informationen:

https://www.ehfg.org/conference/programme (EHFG 2020 Programm)
https://ehfg.events.idloom.com/european-health-forum-gastein-2020 (EHFG 2020 Registrierung)


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Politik, Wirtschaft
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch


Quelle: IDW