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Freiwillige gesucht für „Luft in Leipzig“.

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03.09.2020 10:31

Freiwillige gesucht für „Luft in Leipzig“.

Leipzig. Wie gut ist die Luft, die wir atmen? Hat sich durch Corona etwas positiv verändert? Oder ist nach den Sommerferien wieder alles wie früher? Leipzigerinnen und Leipziger können ab September erneut selbst mobil Feinstaub und Ruß in der Stadt messen. Für die vierte und letzte Feldphase des Projekts „Luft in Leipzig“ sucht das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) Freiwillige, die sich für die Luftqualität interessieren und dafür, wie diese untersucht wird. Ausgestattet mit einem neuartigen Messrucksack und betreut durch TROPOS können sie dann jeweils eine Woche lang die Luft in Leipzig genauer unter die Lupe nehmen.

Anmeldungen dafür sind jetzt wieder unter https://www.luft-leipzig.de/ möglich.

Die Untersuchungen sind Teil des Projektes „WTimpact“, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird und in dem Institute der Leibniz-Gemeinschaft neue Methoden des Wissenstransfers untersuchen.

Vierte Feldphase startet in September
Seit April 2019 läuft das Teilprojekt „Luft in Leipzig“: An den drei Feldphasen nahmen bisher 66 Leipzigerinnen und Leipziger teil, die insgesamt rund 480 Stunden lang die Luft in der Stadt gemessen haben. In Workshops und Einzelschulungen wurden die Teilnehmenden vorher mit der Technik und den Prinzipien der wissenschaftlichen Arbeit vertraut gemacht. „Die Teilnehmenden waren bisher sehr engagiert und haben auf unterschiedlichste Weise die Luftqualität in unserer Stadt erfasst. Dank der vielen Freiwilligen gibt es aus allen zehn Stadtbezirken Daten“, berichtet Dr. Denise Assmann vom TROPOS, die die Anmeldungen koordiniert. „Von den 63 Ortsteilen sind lediglich noch 14 weiße Flecken. Wir hoffen daher, dass sich in den vierten Feldphase auch Bürgerinnen und Bürger aus dem Westen (Grünau, Miltitz, Burghausen) und dem Nordosten Leipzigs (Thekla, Plaußig, Seehausen) melden.“
Die vierte Feldphase findet von Anfang September bis Mitte Dezember 2020 statt. „Dieser Herbst verspricht für die Teilnehmenden aus mindestens zwei Gründen spannend zu werden: Zum einen ist gerade der Herbst mit seinen sehr unterschiedlichen Wetterlagen vom warmen Spätsommertagen über November-Regen bis hin zu kalten Frosttagen eine interessante Zeit, in der die Luftqualität sehr schwanken kann. Und zum anderen sind wir natürlich gespannt, ob sich die Corona-Pandemie in der Luftqualität noch bemerkbar macht. Während des Lockdowns im Frühjahr gab es zum Teil überraschende Effekte“, so Dr. Jens Voigtländer vom TROPOS, der die Messtechnik betreut.

Wie gut ist die Luft, die wir einatmen?
Was sagen die Messstationen in wenigen Stadtteilen über die Luftqualität in den anderen Vierteln aus? Wo ist die Luft besonders sauber oder dreckig? Woran liegt das? Seitdem in Deutschland über Grenzwerte und Fahrverbote für Diesel-PKWs diskutiert wird, sind das Fragen, die sich viele stellen, aber nur wenige beantworten können. Beim Thema Luftverschmutzung herrscht Verunsicherung. Mehrere Kubikmeter Luft atmet jeder Mensch pro Tag ein. Zu mehr Wissen in der Bevölkerung über unser wichtigstes Lebensmittel will das Projekt in Leipzig beitragen: 2019/2020 erhalten verschiedene Gruppen von Freiwilligen für jeweils eine Woche kleine, tragbare Messgeräte des TROPOS, um die Luftqualität in ihrer Umgebung zu messen. Dadurch sollen Interessierte nicht nur mehr über Luftschadstoffe wie Feinstaub und Ruß erfahren, sondern auch über die wissenschaftlichen Methoden, mit denen Luftverschmutzung untersucht wird. Durch den Corona-Lockdown musste die dritte Feldphase abgebrochen werden und die Auswertung verzögert sich. Ergebnisse wird es daher voraussichtlich erst Anfang 2021 geben können.

Enger Kontakt und Betreuung durch die Wissenschaft
Nach der Messung werden die Daten automatisch auf eine Internetplattform hochgeladen und können dort von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern grafisch dargestellt, ausgewertet und mit anderen verglichen werden. Durch die Diskussion im Forum und die Betreuung durch die Forschung bekommen die Teilnehmenden einen Überblick über die Luftqualität in Leipzig. Außerdem bekommen sie so die Möglichkeit, selbst die wissenschaftliche Arbeit durch das Durchführen von Messungen und die Auswertung der Daten im Austausch mit anderen kennenzulernen. Bei den Teilnehmenden wächst so das Verständnis für Fragen der Luftqualität und der Atmosphärenforschung. Aber auch die Wissenschaft bekommt durch die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern neue Impulse, um künftige Projekte zu verbessern. Gerade die Leibniz-Gemeinschaft hat sich auf die Fahnen geschrieben, Wissenschaft in die Breite der Gesellschaft zu tragen und testet daher neue Formen des Wissenstransfers.

Voraussetzungen und Anmeldung
Interessierte sollten mindestens 18 Jahre alt sein, einen eigenen PC mit Internetanschluss besitzen, sich etwa eine halbe Stunde pro Tag durch Leipzig bewegen und nicht zuletzt Zeit und Lust haben, an diesem Projekt teilzunehmen. Vorwissen ist im Gegensatz zu anderen Citizen-Science-Projekten nicht nötig. Lediglich etwa zehn bis zwölf Stunden Freizeit werden benötigt, um die Messungen durchzuführen, die Daten hochzuladen, zu sichten, auszuwerten und zu diskutieren sowie Fragebögen zu beantworten. Die Teilnehmenden können sich in einer Feldphase für eine Woche eintragen und dann die Messungen durchführen. Da nur eine begrenzte Anzahl von Messrucksäcken zur Verfügung stehen, werden Interessierte gebeten, sich auf der Webseite des Projekts online zu bewerben: https://www.luft-leipzig.de/

Das Verbundprojekt „WTimpact“
Immer öfter arbeiten in Forschungsprojekten WissenschaftlerInnen und BürgerInnen zusammen. Man spricht bei dieser gemeinsamen Forschung auch von Bürgerwissenschaft oder Citizen Science (CS). Citizen Science-Projekte sollen zum einen den Wissenschaftlerinnen helfen, Daten und Informationen zu gewinnen. Gleichzeitig sollen sie den TeilnehmerInnen Kenntnisse über das jeweilige Forschungsfeld und die wissenschaftliche Arbeitsweise vermitteln. Ob CS diese Anforderungen aber tatsächlich erfüllt, ist bisher nur wenig erforscht. „Das Projekt WTimpact hat deshalb noch eine weitere Ebene“, so Projektleiterin Dr. Miriam Brandt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin. „Die BürgerwissenschaftlerInnen unterstützen uns dabei, mehr über das Forschungserlebnis der Teilnehmenden herauszufinden. Durch die Beantwortung von Fragebögen zeigen sie uns, was sie aus dem Projekt mitgenommen haben und tragen so dazu bei, bürgerwissenschaftliche Projekte in Zukunft so zu gestalten, dass Teilnehmende optimal davon profitieren.“ Zum Team gehören daher neben NaturwissenschaftlerInnen auch ein Bildungsforscher und eine Sozialpsychologin.
WTimpact ist ein Verbundprojekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin, des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig, des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik (IPN) in Kiel und des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) in Tübingen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Links:
Luft in Leipzig:
https://www.luft-leipzig.de/
Verbundprojekt WTimpact – Vom Wissenstransfer zum Wissensaustausch:
https://www.tropos.de/forschung/grossprojekte-infrastruktur-technologie/wissenst…
&
https://www.wtimpact.de/
Leibniz-Gemeinschaft:
https://www.leibniz-gemeinschaft.de/

Medienbeiträge über „Luft in Leipzig“:
ZDFtivi-logo!: Maral testet einen Messrucksack
https://www.zdf.de/kinder/logo/maral-testet-rucksack-zur-feinstaubmessung-100.ht…
n-tv: Mit dem Feinstaub-Rucksack durch Leipzigs Innenstadt
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Mit-dem-Feinstaub-Rucksack-durch-L…
MDR-Einfach genial: Feinstaubmessung im Rucksack
https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy8yMTA5N…

Kontakte:
Ablauf & Durchführung:
Dr. Liina Tönisson, Dr. Denise Assmann, Dr. Jens Voigtländer
wissenschaftliche Mitarbeitende, Verbundprojekt WTimpact,
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Tel. +49 341 2717-7383, -7190, -7141
https://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/liina-tonisson/

Koordination:
Prof. Dr. Andreas Macke
Direktor, Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Tel.: +49 341 2717-7060
https://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/andreas-macke/
und
Dr. Miriam Brandt
Projektleiterin, Verbundprojekt WTimpact, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW)
http://www.izw-berlin.de/brandt-miriam.html

Presse:
Tilo Arnhold
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Tel. +49-341-2717-7189
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 96 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.
Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.00 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro. Finanziert werden sie von Bund und Ländern gemeinsam. Die Grundfinanzierung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) wird daher vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) getragen. Das Institut wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
http://www.leibniz-gemeinschaft.de
https://www.bmbf.de/
https://www.smwk.sachsen.de/


Weitere Informationen:

https://www.luft-leipzig.de/


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Meer / Klima, Physik / Astronomie, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
Deutsch


Quelle: IDW