Cross-Border-Journalismus fördert Vielfalt der Perspektiven

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Wege zur physikalischen Erkenntnis

Diese erweiterte Neuauflage des Buchs „Wege zur physikalischen Erkenntnis“ enthält neben der wissenschaftlichen Selbstbiographie folgende Vorträge:

Die Einheit des physikalischen Weltbildes.
Die Stellung der neueren Physik zur mechanischen Naturanschauung.
Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis.
Dynamische und statistische Gesetzmäßigkeit.
Das Prinzip der kleinsten Wirkung.
Verhältnis der Theorien zueinander.
Das Wesen des Lichts.
Die Entstehung und weitere Entwicklung der Quantentheorie.
Kausalgesetz und Willensfreiheit.
Vom Relativen zum Absoluten.
Physikalische Gesetzlichkeit.
Das Weltbild der neuen Physik.
Positivismus und reale Außenwelt.
Wissenschaft und Glaube.
Die Kausalität in der Natur.
Ursprung und Auswirkung wissenschaftlicher Ideen.
Die Physik im Kampf um die Weltanschauung.
Vom Wesen der Willensfreiheit.
Religion und Naturwissenschaft.
Determinismus oder Indeterminismus.
Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft.
Scheinprobleme der Wissenschaft.
Wissenschaftliche Selbstbiographie.

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29.03.2021 12:11

Cross-Border-Journalismus fördert Vielfalt der Perspektiven

Weizenbaum-Studien zeigen, wie länderübergreifende journalistische Netzwerke zur Verbreitung kollaborativer Arbeitsmethoden beitragen

Sparzwänge in Redaktionen und wachsende globale Verflechtungen – Journalist:innen stehen vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, mit vorhandenen Ressourcen aufwändige Recherchen zu betreiben. Eine Lösung stellen länderübergreifende Kollaborationen dar, in denen sich Journalist:innen zusammenschließen, um gemeinsam zu recherchieren und zu veröffentlichen. Weizenbaum-Wissenschaftlerin Annett Heft nahm in zwei nun veröffentlichten Studien solche Kollaborationen zwischen Journalist:innen und Medien genauer unter die Lupe. Sie untersuchte zum einen die Beweggründe von Journalist:innen, sich an länderübergreifenden Rechercheteams zu beteiligen. Zum anderen ging sie zusammen mit dem ehemaligen Weizenbaum-Fellow Stefan Baack der Frage nach, wie die Methode der Cross-Border-Kollaboration in den Arbeitsalltag von Redaktionen integriert wird. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere niedrigschwellig organisierte und flexible Netzwerke die Vielfalt der Perspektiven fördern und zur Verbreitung von kollaborativen Arbeitspraktiken beitragen.

Mit der Enthüllung der Panama Papers löste ein internationales Netzwerk aus 376 Journalist:innen 2016 eine weltweite Debatte über Geldwäsche und Briefkastenfirmen aus. Jenseits solcher institutionalisierten Netzwerke fördern niedrigschwellige Kollaborationen, wie sie die Journalismus-Plattform Hostwriter und die Netzwerk-Konferenz Dataharvest ermöglichen, die grenzüberschreitende journalistische Arbeit. Nicht zuletzt haben digitale Technologien wesentliche Voraussetzungen für solche Kollaborationen geschaffen. Heft nimmt in ihren Studien solche Bottom-up-Netzwerke in den Blick und fragt, warum sich Journalist:innen für eine länderübergreifende Zusammenarbeit entscheiden und welche Vorteile und Herausforderungen sie dabei erleben. Dazu führte sie im Frühjahr 2019 eine Online-Befragung mit 152 Journalist:innen durch.

Grenzüberschreitende Kollaborationen verbessern die Qualität des Journalismus

Für 80 Prozent der Befragten war die Verbesserung der Qualität der journalistischen Arbeit ein wichtiger Beweggrund, um an länderübergreifenden Kollaborationen mitzuwirken. „Das spiegelt auch die allgemeine Stimmung unter den Journalist:innen wider. Viele von ihnen sind unzufrieden mit der Ressourcenknappheit in den Redaktionen und den damit verbunden Auswirkungen auf die Qualität des Journalismus“, so Heft. Mehr als die Hälfte gab an, länderübergreifend zu arbeiten, um den Einfluss ihrer journalistischen Arbeit zu verstärken und um ein breiteres Publikum zu erreichen.

Gegenseitige Unterstützung und Vielfalt der Perspektiven

Die größten Vorteile in der länderübergreifenden Zusammenarbeit sehen die Befragten in der gegenseitigen Unterstützung und der Vielfalt der Perspektiven. Als weitere Vorteile werden die gemeinsame Nutzung von Ressourcen sowie die Steigerung der Qualität der journalistischen Arbeit genannt. Als größte Herausforderung sehen die Befragten die länderübergreifende Teamarbeit, allen voran das Fehlen von persönlichen Treffen und die Teilnahme an langen Videokonferenzen.

„Bottom-up-Kollaborationen reichen vom kleinen zwischenmenschlichen Austausch bis zur Zusammenarbeit in formalisierten Projekten“, erklärt Heft. „Ungeachtet des Institutionalisierungsgrads fördern Kollaborationen ‚von unten‘ ein Netzwerk aus aufgeschlossenen und multikulturellen Journalist:innen. Sie bieten Medienschaffenden einen niedrigschwelligen Zugang zu transnationalen Kollaborationen und tragen somit auch dazu bei, dass Cross-Border-Methoden allmählich Einzug in den Arbeitsalltag von Redaktionen halten.“

Fallstudie Europe’s Far Right

Zusammen mit dem Kommunikationswissenschaftler Stefan Baack ging Heft in einer Folgestudie einen Schritt weiter und untersuchte die Zusammenarbeit im Rechercheverbund Europe’s Far Right. Das Netzwerk aus sieben europäischen Zeitungen hat im Vorfeld der Europawahl 2019 rechtsextreme Parteien und deren Aktivitäten und Strategien untersucht.

Basierend auf Interviews mit sechs Netzwerkmitgliedern aus fünf Ländern stellten die Autor:innen fest, dass die Zusammenarbeit die Recherchekapazitäten der Journalist:innen erweiterte und einen „Dominoeffekt“ auslösen kann: Die Journalist:innen sammelten Erfahrungen und bauten länderübergreifende Verbindungen auf, die es ihnen wiederum ermöglichten, Folgekollaborationen anzustoßen. „Unsere Ergebnisse zeigen darüber hinaus, dass die an kleinen Netzwerken beteiligten Journalist:innen eine wichtige Vermittlerfunktion einnehmen. Sie treiben die Verbreitung transnationaler journalistischer Arbeitsweisen maßgeblich voran, indem sie sie in ihre Alltagsroutinen integrieren und in ihre Redaktionen einführen“, erläutert Heft.

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Über das Weizenbaum-Institut

Das Verbundprojekt Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut wird seit September 2017 von einem Forschungskonsortium aus Berlin und Brandenburg getragen. Diesem gehören an: die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Aufgabe des Weizenbaum-Instituts ist es, die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte von Internet und Digitalisierung zu erforschen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt hierfür Fördergelder in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Annett Heft
Leiterin der Forschungsgruppe „Digitalisierung und transnationale Öffentlichkeit“
Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft/Freie Universität Berlin
E-Mail: annett.heft@fu-berlin.de


Originalpublikation:

Die Studie „Transnational Journalism Networks ‘From Below’. Cross-Border Journalistic Collaboration in Individualized Newswork“ von Annett Heft ist in der Fachzeitschrift Journalism Studies erschienen: https://www.tandfonline.com/eprint/QX5WJFDZBS56VAVSXDUF/full?target=10.1080/1461…

Die Studie „Cross-bordering journalism: How intermediaries of change drive the adoption of new practices” von Annett Heft und Stefan Baack ist in der Fachzeitschrift Journalism erschienen: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1464884921999540


Weitere Informationen:

http://www.weizenbaum-institut.de


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Medien- und Kommunikationswissenschaften
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW