Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg zeigt die ältesten Metallfunde Nordeuropas

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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09.03.2022 11:00

Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg zeigt die ältesten Metallfunde Nordeuropas

Oldenburg. Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg präsentiert die sogenannten „Lüstringer Kupferfunde“ vom 11. – 27. März erstmalig in Oldenburg der Öffentlichkeit. Das hohe Alter der Funde und die Fundregion macht sie zur Sensation: Wissenschaftler:innen fanden heraus, dass sie über 5000 Jahre alt sind und es sich damit um die ältesten Metallfunde Nordeuropas handelt. Wie alle Funde der Weser-Ems-Region werden sie in die Sammlung des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg aufgenommen.

Die einzigartigen Funde wurden bereits im Jahr 2016 in Osnabrück-Lüstringen durch einen ehrenamtlichen Sondengänger bei der Begehung einer geplanten Baustelle entdeckt. Der gesamte Komplex wurde als sogenannte Blockbergung von der Stadtarchäologie Osnabrück geborgen und unter Laborbedingungen in der Restaurierungswerkstatt „ausgegraben“. Die Computertomografie des Blocks zeigte eine Axt, eine sogenannte Knaufhammeraxt des 4. Jahrtausend vor unserer Zeit. Sie wird wegen der charakteristischen Form so bezeichnet. Darunter zeigten sich drei zwischen 25 und 30 cm langen mondsichelförmigen Ringe aus flachem Blech. Diese Ringe werden als „kleine Monde“ (Lunulae) bezeichnet. Meistens sind sie aus dünnem Goldblech, Bronze – wie hier in Oldenburg – oder sogar aus Schiefer hergestellt. Die aufgerollten Enden legen eine Nutzung als Hals- oder Brustschmuck an einer Schnur nahe. Eine Sensation ist das hohe Alter der Funde und die Fundregion. Liegt doch das Hauptverbreitungsgebiet vergleichbarer Funde in Südosteuropa und dem ostalpinen Raum und nicht in Norddeutschland. Zeitlich gehören sie in die Zeit von 3300 bis 3000 vor unserer Zeit, sie sind also über 5000 Jahre alt. Archäologisch ist das die Zeit der so genannten Trichterbecherkultur, die nach ihren charakteristischen trichterförmigen Gefäßen so benannt wurde. Diese Menschen der Jungsteinzeit (archäologisch: Neolithikum) errichteten die in unserer Region so bekannten Großsteingräber, so genannte Megalithgräber und verwendeten eigentlich kein Metall. Der bisher einzige bekannte Metallfund aus dieser Zeit und Region ist ein kleines Kupferblech aus dem Großsteingrab von Kleinenkneten. Es wurde vom Museum in den 1930er Jahren ausgegraben und ist in der Dauerausstellung im Landesmuseum Natur und Mensch zu sehen.

Technologietransfer, Handel, Tausch oder Mitbringsel?
Die Kenntnisse einer so hochentwickelten Metallverarbeitung stammen aus dem Karpatenbecken, Vorderasien und Ägypten wo schon vor 8000 Jahren hochwertige kupferne Gegenstände angefertigt wurden. Metallanalysen können helfen, den technologischen Fortschritt in der Bronzeherstellung zu zeigen und die Herstellungsregionen einzugrenzen.

Die Funde werden nach ihrer Präsentation in Oldenburg zunächst ab dem 1. April 2022 als ein Highlight in der Ausstellung „Die Erfindung der Götter“ im Landesmuseum Hannover gezeigt.


Anhang

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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Geschichte / Archäologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch


Quelle: IDW