Ukraine Support Tracker: Zugesagte Unterstützung kommt nur zögerlich an

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Wege zur physikalischen Erkenntnis

Diese erweiterte Neuauflage des Buchs „Wege zur physikalischen Erkenntnis“ enthält neben der wissenschaftlichen Selbstbiographie folgende Vorträge:

Die Einheit des physikalischen Weltbildes.
Die Stellung der neueren Physik zur mechanischen Naturanschauung.
Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis.
Dynamische und statistische Gesetzmäßigkeit.
Das Prinzip der kleinsten Wirkung.
Verhältnis der Theorien zueinander.
Das Wesen des Lichts.
Die Entstehung und weitere Entwicklung der Quantentheorie.
Kausalgesetz und Willensfreiheit.
Vom Relativen zum Absoluten.
Physikalische Gesetzlichkeit.
Das Weltbild der neuen Physik.
Positivismus und reale Außenwelt.
Wissenschaft und Glaube.
Die Kausalität in der Natur.
Ursprung und Auswirkung wissenschaftlicher Ideen.
Die Physik im Kampf um die Weltanschauung.
Vom Wesen der Willensfreiheit.
Religion und Naturwissenschaft.
Determinismus oder Indeterminismus.
Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft.
Scheinprobleme der Wissenschaft.
Wissenschaftliche Selbstbiographie.

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16.06.2022 07:25

Ukraine Support Tracker: Zugesagte Unterstützung kommt nur zögerlich an

Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen weitere Unterstützungszusagen anderer Länder erhalten. Neben schweren Waffen gehören dazu auch zunehmend finanzielle Mittel, wie im jüngsten Update des Ukraine Support Tracker erfasste Daten ergeben. Allerdings gibt es eine große Differenz zwischen zugesagter und tatsächlich geleisteter Hilfe – bei Waffen wie bei Finanzmitteln. Die Ukraine benötigt zuverlässige externe Finanzhilfe, um die hohen Kriegskosten zu finanzieren und einen weiteren Wirtschaftskollaps abzuwenden.

Das Volumen zugesagter Waffenhilfen – auch schwerer Waffen – ist zuletzt deutlich gestiegen (Datenerfassung bis 7. Juni). Allerdings ist die Differenz zwischen zugesagten und tatsächlich gelieferten Waffen zum Teil sehr hoch. Unter den großen Geberländern haben vor allem die USA und Deutschland deutlich mehr zugesagt als geliefert. Allerdings haben die USA vom Wert her bereits rund zehnmal mehr Waffen in die Ukraine geliefert als Deutschland. Polen und Großbritannien haben deutlich mehr zugesagt und geliefert als Deutschland. Kanada und Norwegen haben etwas geringere Zusagen gemacht, aber schon deutlich mehr in die Ukraine gebracht als Deutschland. „Deutschland hat große Zusagen gemacht, aber bisher kaum geliefert. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat die Regierung noch keine schweren Waffen in die Ukraine geschickt: Nur ein Drittel der konkret zugesagten Militärhilfe ist angekommen. Die Daten helfen also die dringenden Appelle der ukrainischen Regierung an die Bundesregierung zu erklären“, sagt Christoph Trebesch, Forschungsdirektor am IfW Kiel und Leiter des Teams, das den Ukraine Support Tracker erstellt.

Die zugesagten Finanzhilfen sind seit Mitte Mai vor allem seitens der EU-Institutionen deutlich gestiegen. Insgesamt sind der Ukraine inzwischen von den wichtigsten Gebernn mehr als 30 Mrd. Euro an Hilfen für den Staatshaushalt versprochen, tatsächlich geflossen sind seit Februar allerdings nur rund 6 Mrd. Euro. Das Ergebnis ist eine wachsende Finanzierungslücke. „Neben Waffen wird finanzielle Hilfe zunehmend dringlich für die Ukraine. Der Krieg lässt die Steuereinnahmen einbrechen und verursacht zugleich enorme Kosten, etwa zu Bezahlung der Soldaten oder zur Reparatur essenzieller Infrastruktur. Das bringt den Staatshaushalt unter Stress. Der Internationale Währungsfonds schätzt eine Finanzlücke 5 Mrd. Euro pro Monat, seit Juni enstrpricht das also mehr als 15 Mrd. Euro an benötigten externen Finanzhilfen. Da gerade mal ein Drittel davon bisher angekommen ist, war die ukrainische Zentralbank gezwungen die Zinsen drastisch zu erhöhen, was die Wirtschaft nochmal mehr belastet“, sagt Trebesch. „Eine weitere Sorge ist, dass die Finanzhilfe aus der EU fast vollständig aus Krediten besteht, also einen Schuldenberg hinterlässt. Im Gegensatz dazu haben die USA vor allem Zuschüsse zugesagt, die nicht zurückgezahlt werden müssen.“

Insgesamt gesehen hat die EU im jetzt zusätzlich erfassten Zeitraum (10. Mai bis 7. Juni) mit ihren Unterstützungszusagen sichtbar gegenüber den USA aufgeholt, die USA sind aber weiter mit Abstand der größte Geber. Setzt man die Zusagen ins Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, leisten weiterhin die baltischen Staaten und Polen am meisten, deutlich mehr als große europäische Länder wie Deutschland, Italien und Frankreich. „Insgesamt ist die europäische Hilfe für die Ukraine allerdings nach wie vor sehr überschaubar, vor allem wenn man bedenkt was hier auf dem Spiel steht. Fast alle EU-Länder haben bisher mehr für das Abpuffern der Kriegsfolgen im eigenen Land mobilisiert, als für die Ukraine selber“, sagt Trebesch.

Über den Ukraine Support Tracker

Der Ukraine Support Tracker erfasst und quantifiziert militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die der Ukraine seit dem 24. Januar 2022 (aktuell bis zum 7. Juni 2022) zugesagt wurden. Berücksichtigt sind mit diesem neuen Update 37 Länder, spezifisch die EU-Staaten, die weiteren Mitglieder der G7, Hilfszusagen der EU-Kommission und der Europäischen Investitionsbank sowie Australien, Südkorea, Türkei, Norwegen, Neuseeland und die Schweiz. Erfasst sind Zusagen, die diese Regierungen oder Institutionen der ukrainischen Regierung gemacht haben; private Spenden oder solche internationaler Organisationen wie des IWF sind in der Hauptdatenbank nicht enthalten. Ebenso nicht mitgezählt sind Hilfen an Nachbarländer der Ukraine wie Moldawien oder andere Länder – etwa für die Aufnahme von Geflüchteten.

Datenquellen sind Bekanntgaben offizieller Regierungsstellen und Berichte internationaler Medien. In Sachmitteln geleistete Hilfe wie zum Beispiel Medizingüter, Lebensmittel oder militärisches Gerät werden anhand von Marktpreisen oder Angaben aus früheren Hilfskampagnen geschätzt. In Zweifelsfällen werden die höheren verfügbaren Werte angesetzt.

Der Ukraine Support Tracker wird laufend erweitert, korrigiert und verbessert. Anregungen dazu sind sehr willkommen und können gerne an ukrainetracker@ifw-kiel.de geschickt werden.

Mehr Informationen und die kompletten Daten finden Sie auf der Webseite: https://www.ifw-kiel.de/de/themendossiers/krieg-gegen-die-ukraine/ukraine-suppor…

Mehr zur Methodik des Ukraine Support Trackers steht in einem vertiefenden Kiel Working Paper: https://www.ifw-kiel.de/index.php?id=17204.
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Medienansprechpartner:
Guido Warlimont
Leiter Kommunikation
T +49 431 8814-629
guido.warlimont@ifw-kiel.de
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Kiel Institut für Weltwirtschaft
Kiellinie 66 | 24105 Kiel
T +49 431 8814-774
F +49 431 8814-500
www.ifw-kiel.de


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Christoph Trebesch
Direktor Internationale Finanzmärkte und Makroökonomie
T +49 431 8814-577
christoph.trebesch@ifw-kiel.de


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch


Quelle: IDW