Urteil: Auch Single-Frauen dürfen Kosten für künstliche Befruchtung absetzen

10.08.2020 – 12:30

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Neue praktische Menschenkenntnis

Wer ist dieser Einzelmensch? Welches sind die Grundzüge seines seelischen und geistigen Wesens, seine Anlagen, Begabungen und Neigungen, seine Bestrebungen im positiven und negativen Sinne, d. h. seine Vorzüge und seine Mängel? Ist seine Gesinnung eine hohe oder niedrige, idealistische oder materialistische? Hat er ein mitfühlendes, wohlwollendes Herz, oder denkt er in kühler Berechnung vorwiegend an sein eigenes Ich? Ist er verträglich, anpassungsfähig oder von starrer Eigenwilligkeit und launischem Wesen? Zuverlässig oder wankelmütig? Willensstark oder willensschwach? Unterliegt er Stimmungsschwankungen, oder ist er beharrlich in seiner bejahenden (optimistischen) bzw. verneinenden (depressiven, pessimistischen) Grundstimmung? Besitzt er einen kritischen Wirklichkeitssinn, oder ist er ein Phantast? Ist er ehrlich oder falsch? Begeisterungsfähig oder von schwerfälliger Nüchternheit? Hat er ein gesundes Selbstbewusstsein, oder neigt er zu Gefühlen der Minderwertigkeit bzw. zu selbstgefälliger Überheblichkeit, verstiegenem Geltungsdrang und überbetonter Empfindlichkeit?
Die Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen bildet das Ziel dieses Buches im Sinne praktischer Menschenkenntnis, die aufs engste mit dem Thema der Menschenbehandlung verknüpft ist.

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Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. – VLH

Urteil: Auch Single-Frauen dürfen Kosten für künstliche Befruchtung absetzen

Neustadt a. d. W. (ots)

Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass eine Frau 12.000 Euro für eine Kinderwunschbehandlung als außergewöhnliche Belastung in die Steuererklärung eintragen darf. Das Besondere: Die Frau ist unverheiratet und 40 Jahre alt. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) erläutert die Details.

Bislang galten unter anderem folgende Bedingungen, um die Kosten für eine künstliche Befruchtung von der Steuer absetzen zu können:

- Nur wer verheiratet ist, darf die Kosten der Behandlung in seiner Steuererklärung angeben. - Die Frau darf nicht älter als 40 Jahre sein und der Mann nicht älter als 50 Jahre. 

Finanzgericht Münster:Beziehungsstatus spielt keine Rolle

Laut dem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Münster (24. Juni 2020, Az. 1 K 3722/18 E), das Anfang August veröffentlicht wurde, kommt es nicht auf den Beziehungsstatus an, um die Kosten für eine künstliche Befruchtung absetzen zu können. Damit gaben die Richter aus Münster einer Frau Recht, die an krankheitsbedingter Unfruchtbarkeit leidet.

Die 40-Jährige gab in ihrer Einkommensteuererklärung Kosten für eine Kinderwunschbehandlung in Höhe von 12.000 Euro als außergewöhnliche Belastung an. Darin waren auch Kosten für eine Samenspende enthalten. Das zuständige Finanzamt lehnte die Anerkennung dieser Kosten mit der Begründung ab, dass nur verheiratete Frauen oder Frauen in einer festen Beziehung derlei Ausgaben absetzen dürften. Die Frau hatte aber keine Angaben zu ihrem Beziehungsstatus gemacht.

Schwangerschaften von Frauen über 40 heutzutage normal

Die Frau klagte, und das Finanzgericht Münster entschied nicht nur, dass ihr Beziehungsstatus keine Rolle für die Absetzbarkeit der Kosten spielt, sondern auch, dass die Unfruchtbarkeit der 40-Jährigen einen Krankheitszustand darstellt. Das sei nicht auf ihr Alter zurückzuführen. In der heutigen Zeit seien Schwangerschaften von Frauen über 40 außerdem nicht ungewöhnlich, so die Richter. Fazit: Auch eine alleinstehende Frau über 40 kann die Kosten der künstlichen Befruchtung als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, wenn sie krankheitsbedingt unfruchtbar ist.

Die VLH empfiehlt: Nachweise sammeln und in der Steuererklärung angeben

Die Finanzverwaltung kann gegen das Urteil des Finanzgerichts Münster in Revision gehen. In letzter Instanz muss dann der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden, ob unverheiratete Frauen von 40 Jahren und älter die Kosten für eine künstliche Befruchtung absetzen können oder nicht. Bis dahin empfiehlt die VLH allen betroffenen Frauen, die entsprechenden Nachweise zu sammeln und die Kosten in ihrer Einkommensteuererklärung anzugeben.

Die VLH: Größter Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) ist mit mehr als einer Million Mitglieder und rund 3.000 Beratungsstellen bundesweit Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Gegründet im Jahr 1972, stellt die VLH außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater.

Die VLH erstellt für ihre Mitglieder die Einkommensteuererklärung, beantragt Freibeträge, ermittelt und beantragt Förderungen und Zulagen, prüft den Steuerbescheid und einiges mehr im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

Pressekontakt:

Christina Georgiadis
Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH)
Fritz-Voigt-Str. 13
67433 Neustadt a.d. Weinstraße

Tel.: 06321 4901-0
Fax: 06321 4901-49

E-Mail: presse@vlh.de
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Quelle: Ots