20 Jahre Wikipedia: „Wikipedianer gewöhnen sich daran, verantwortlich zu sein“

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The great god Pan / Der große Gott Pan

The Great God Pan is a horror and fantasy novel by the Welsh writer Arthur Machen. Machen was inspired to write about the Great God Pan through his experiences in the ruins of a pagan temple in Wales. The novel begins with an experiment that allows a woman named Mary to see the supernatural world. This is followed by a report of a series of mysterious events and deaths over many years. But who or what is behind them?
Stephen King described the story as „perhaps the best [horror story] in the English language“.

Der Große Gott Pan ist eine Horror- und Fantasienovelle des walisischen Schriftstellers Arthur Machen. Machen wurde durch seine Erlebnisse in den Ruinen eines heidnischen Tempels in Wales zum Schreiben des Großen Gottes Pan inspiriert. Die Novelle beginnt mit einem Experiment, das einer Frau namens Maria erlaubt, die übernatürliche Welt zu sehen. Es folgt ein Bericht über eine Reihe von mysteriösen Ereignissen und Todesfällen über viele Jahre hinweg. Aber wer oder was steckt dahinter?
Stephen King beschrieb die Geschichte als „vielleicht die beste [Horrorgeschichte] in der englischen Sprache“.

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13.01.2021 13:23

20 Jahre Wikipedia: „Wikipedianer gewöhnen sich daran, verantwortlich zu sein“

Wikipedia ist die wohl bekannteste freie Enzyklopädie im Internet. Viele Internetnutzer greifen auf das breit gefächerte Wikipedia-Wissen zurück. Am 15. Januar 2001 erblickte die Enzyklopädie das Licht der Welt. Prof. Dr. Christian Pentzold vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig hat zu dieser Thematik seine Dissertation geschrieben.

Wie hat sich Wikipedia seit ihrer Gründung entwickelt? Können Sie bitte einige Zahlen und Fakten nennen?

Derzeit umfasst die deutschsprachige Wikipedia mehr als 2,5 Millionen Artikel. Mehr als 3,6 Millionen angemeldete und eine schwer zu beziffernde Zahl nicht angemeldeter Nutzer haben daran mitgeschrieben. Die Wikipedia ist in über 250 Sprachversionen verfügbar, die zahlenmäßig größte mit mehr als 6 Millionen Artikeln ist die englischsprachige Version. Die Wikipedia gehört zu den zehn am häufigsten aufgerufenen Seiten des Webs, sie spielt also in einer Liga mit Facebook, Amazon und Google. Gegenüber diesen Plattformen stellt sie aber eine Besonderheit dar – sie wird von unbezahlten, freiwilligen Autoren getragen und ihre Inhalte sind kostenfrei verfügbar.

Welche Themen sind bei Wikipedia am häufigsten vertreten?

Jedes Thema ist – nur gemessen an der Zahl der Einträge – in Wikipedia gut vertreten. Aber anders als bei gedruckten Nachschlagewerken gibt es keinen Redaktionsplan, wonach Themen gemäß ihrer Wichtigkeit mehr oder weniger Text bekommen. Bei Wikipedia entscheidet das persönliche Interesse der aktiv Schreibenden. So gibt es auch sehr detaillierte Darstellungen etwa zum Herrn der Ringe, über das Klingonische und zu anderen vielleicht eher exotischen Themen.

Wie verlässlich sind die Einträge im Allgemeinen?

Im Allgemeinen sind die Artikel ziemlich verlässlich, oder anders gesagt: Studien haben gezeigt, dass in Wikipedia-Artikeln ebenso viele Fehler vorkommen wie in den Pendants gedruckter Kompendien. Natürlich können sich immer wieder Fehler einschleichen oder absichtlich eingefügt werden. Interessant sind eher die Mechanismen zur Fehlerkontrolle und Korrektur, die von den Wikipedianern eingeführt wurden.

Wer kontrolliert die Texte und wie finanziert sich die Enzyklopädie?

Das Projekt finanziert sich überwiegend aus Spenden, wobei die aktiv mitarbeitenden Autoren keine Bezahlung erhalten. Die Texte selbst werden von den engagierten Nutzern geprüft, wobei sie sich inzwischen auf eine ganze Reihe an technologischen Helferlein verlassen, die manche Fehler auch automatisch aufspüren.

Zu welchen Erkenntnissen über Wikipedia sind Sie im Zuge der Recherchen für Ihre Dissertation gekommen?

Ich habe mich damit befasst, warum es das Projekt überhaupt gibt, das heißt, was Autoren dauerhaft bei dem Vorhaben hält. Das Spannende ist, dass Wikipedianer (es sind in der Mehrzahl junge, technisch versierte, gut ausgebildete Männer aus Industrienationen) ihre tägliche Arbeit als ziemlich konfliktreich und anstrengend erleben – und dennoch routinemäßig daran mitarbeiten, obwohl sie kein Vertrag, keine Abmachung und Bezahlung dazu nötigen kann. Das Projekt wird ihnen ausgehend vom alltäglichen Mitmachen zum Anliegen, sie gewöhnen sich daran, verantwortlich zu sein.

Ein Blick in die Zukunft vom Experten: Wie könnte sich Wikipedia in den kommenden Jahren entwickeln?

Es wird eine Herausforderung sein, immer wieder neue Autoren und Autorinnen für das Projekt zu begeistern – auch weil sich das Spektrum an Tätigkeiten wandelt vom Sammeln zum Verwalten von Wissen. Darüber hinaus ist Wikipedia inzwischen zum Vorbild für eine Vielfalt an Initiativen geworden, die auf gemeingutbasierter Kooperation gründen.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Christian Pentzold
Universität Leipzig, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Telefon: +49 341 97-35701
E-Mail: Christian.Pentzold@uni-leipzig.de


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Medien- und Kommunikationswissenschaften
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW