Die Lehrer/innenbildung im Sport stärken!

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Phänomen Naturgesetze

Was uns an den beinahe mythischen Denkern der antiken Welt so fasziniert, ist die wundervolle, abgeschlossene Einheit ihres Weltbildes. Mit welcher prachtvollen Gebärde steht einer dieser Denker vor uns, der legendenumrankte Pythagoras etwa, und sagt mit kühlem, unbeirrbarem Blick: Ich halte das Weltgeheimnis in den Händen.
Und hier beginnen die Ziele des vorliegenden Werkes. Es erblickt seine Aufgabe darin, in einem Umfang, der sich noch durcharbeiten lässt, ein wirkliches Verständnis der Welterscheinungen zu geben, soweit die Wissenschaft ein solches besitzt.
Es will gerade das bieten, was man in den vielen Werken über die Welt vergeblich sucht, weil diese den Ehrgeiz haben, möglichst viele Tatsachen zu bringen, deren Verarbeitung dann dem Leser überlassen bleibt.
Hier dagegen wird ein prinzipiell anderer Weg beschritten; die Tatsachen sind nur Hilfsmittel und nicht Endzweck. Es wird genau die Auswahl dessen geboten, was von dem gesamten sicheren Wissen zum Verständnis unseres naturwissenschaftlichen „Weltbildes“ notwendig ist.
Und der Leser dieses Buches kann wie Pythagoras mit unbeirrbaren Augen in die Welt blicken, denn er hält ihr Geheimnis in seinen Händen.

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02.10.2020 10:27

Die Lehrer/innenbildung im Sport stärken!

Positionspapier der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportlehrerverband (DSLV) und dem Fakultätentag Sportwissenschaft (FSW)

Dieses Positionspapier ist von den beteiligten Organisationen im Nachgang zur gemeinsamen Fortschreibung des Memorandums für den Schulsport (https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/download/Memorandum_Schulsport_20…) erstellt worden. Mit dem Positionspapier wird die zentrale Bedeutung der Lehrer/innenbildung im Sport für die Qualitätssicherung im Schulsport, für die Ausbildung und Berufstätigkeit von Sportlehrer/innen sowie für die Sportwissenschaft und Sportentwicklung insgesamt hervorgehoben.

Angesichts vielfältiger fachlicher und bildungspolitischer Herausforderungen gilt es, eine wissenschaftlich fundierte wie praxisorientierte Sportlehrer/innenbildung besonders an den Hochschulen (1. Phase) mit allen Verantwortlichen gezielt zu stärken und dementsprechende Konsequenzen zu ziehen. Dabei lässt sich auf andere Verlautbarungen – wie das „Memorandum Sportwissenschaft“ (https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/download/Memorandum-Sportwissensc…) und das Positionspapier zum Primar-Lehramt (https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/download/Positionspapier_Primarle…), das Kerncurriculum „Ein-Fach-Bachelor Sportwissenschaft“ (https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/download/Kerncurriculum-Sportwiss…) sowie die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz – Bezug nehmen.

Ausgangslange
Die Lehrer/innenbildung besaß und besitzt für das Fach Sport einen hohen Stellenwert. Zum einen hat die Ausbildung von Turnlehrer/innen und Leibeserzieher/innen schon früh eine breite Entwicklung bzw. Etablierung sportwissenschaftlicher Einrichtungen in Deutschland erst mit hervorgebracht. Zum anderen ist die hochschulische Ausbildung im Fach Sport bis heute – neben vielen neuen Anwendungs- und Berufsfeldern – vorrangig am Anwendungsfeld Schule und am Berufsfeld Lehrer/in orientiert, gemessen nicht zuletzt an der Zahl von einschlägigen Studierenden bzw. Absolvent/innen. Daran hat sich auch durch die Einführung gestufter Studiengänge mit einem (polyvalenten) Bachelor Sportwissenschaft und einem darauf aufbauenden (lehramtsspezifischen) Master of Education grundsätzlich wenig geändert.
Für das Fach Sport in der Schule auszubilden bedeutet: Studierende in ihrer sport- und bewegungsbezogenen Biografie abzuholen, sie in die Breite und Tiefe von Theorie- wie Praxisfeldern der Sportwissenschaft mitzunehmen und dafür an den Hochschulen eine qualitätsvolle Ausbildung zu sichern; es gilt, sportbezogenes Wissen und Können sowie zentrale Vermittlungskompetenzen aufzubauen, um Studierende zu den angestrebten Abschlüssen zu führen und sie zu befähigen, relevante Lern- und Bildungsprozesse im Sport anzuregen, zu begleiten und zu reflektieren. Hierfür tragen Ministerien, Hochschulen und sportwissenschaftliche Einrichtungen gemeinsam Verantwortung; in allen lehramtsbezogenen Studiengängen muss an jedem Studienort für eine fachlich qualifizierte Ausbildung umfassend Sorge getragen werden. Dies vollzieht sich im Spannungsfeld zwischen aktuellen Problemen und Chancen für die Sportlehrer/innenbildung.

Probleme
Kritisch betrachtet fällt es in der Sportlehrer/innenbildung derzeit vielerorts schwer, das Niveau zu behaupten, aktuellen Herausforderungen angemessen zu begegnen und die Ausbildung konstruktiv weiterzuentwickeln,
– weil dem gescholtenen Lehrer/innenberuf, dem belastenden Schulalltag und dem „Nebenfach“ Sport nicht selten die Reputation abgesprochen wird,
– weil das Berufsfeld „Sportlehrer/in“ zwischen wiederkehrendem Mangel und verbreiteter Arbeitslosigkeit keine verlässliche Perspektive zu haben scheint,
– weil in der Schulsportpraxis durch fachfremd erteilten Sportunterricht und den Einsatz von Quereinsteiger/innen wie Vertretungslehrkräften (auch Bachelor-Studierende!) die Belanglosigkeit guter Ausbildung suggeriert wird,
– weil die Lehrer/innenbildung hochschulisch z. T. als „Flickenteppich“ existiert, neben sog. Leuchtturm-Projekten nachrangig behandelt und intern wie extern zu wenig koordiniert wird,
– weil in der Sportwissenschaft manche Defizite bzgl. des Schulbezugs im Bachelor und der schwachen Beteiligung medizinisch-naturwissenschaftlicher Disziplinen sowie einer z. T. unbefriedigenden Theorie-Praxis-Verknüpfung bestehen,
– weil die Lehrer/innenbildung im Sport bislang zu wenig auf den Umgang mit Heterogenität (u. a. Inklusion), die Kooperation im schulischen Ganztag und die vielfältige Teilhabe am außerschulischen Sport vorbereitet.

Chancen
Neben solchen Problemlagen der Sportlehrer/innenbildung gibt es allerdings insofern auch positive Entwicklungen, punktuelle Verbesserungen und manche Ermutigungen für eine gelingende Ausbildung,
– als der in vielen Bundesländern spürbare Mangel an Lehrer/innen, respektive Sportlehrer/innen, zu höherer Bedeutsamkeit und Studiennachfrage führt,
– als die bundesweite, hochschulische „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ mit zahlreichen Projekten auch im Fach Sport die Auseinandersetzung um eine gute, innovative Sportlehrer/innenbildung belebt hat,
– als durch den weithin eingeführten Master of Education Sportwissenschaft vielfach der schulpraktische Bezug (z. B. im Praxissemester) gewachsen ist,
– als eine sportwissenschaftlich fundierte Sportlehrer/innenforschung einerseits und eine kritisch-reflexive Professionalisierung andererseits die Ausbildung zusammen befruchten,
– als viele neue Ideen, Initiativen und Good-Practice-Beispiele (z. B. das „Blended Learning“) anregend auf die Sportlehrer/innenbildung wirken,
– als Kooperationen von Partnern des Sports (z. B. als „Kommunale Bildungslandschaften“) ihre Früchte in der Schulsportpraxis und Ausbildung tragen.

Konsequenzen
Vor diesem Hintergrund einer zentralen Bedeutung der Lehrer/innenbildung im Sport und eines Spektrums von herausfordernden bildungspolitischen, hochschulischen, sportwissenschaftlichen und schulpraktischen Chancen wie Problemen gilt es, zur künftigen Stärkung der Lehrer/innenbildung im Sport nun Konsequenzen zu ziehen:
– Grundsätzlich hat die umfassende, qualifizierte Ausbildung von Sportlehrer/innen für eine fachlich und pädagogisch ambitionierte Berufstätigkeit an Schulen – wie auch der Lehrer/innenberuf insgesamt – mehr gesellschaftliche Anerkennung verdient, die wir aussprechen und einfordern sollten.
– Angesichts der hohen gesellschaftlichen Relevanz von Bildung und verschiedenen Bildungseinrichtungen ist politisch dafür einzutreten, dass Sportlehrer/innenbildung mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet, angemessen gewichtet und nicht als „Schmalspurausbildung“ (wie z. T. im Grundschullehramt) heruntergefahren wird.
– Nur in der Bildungseinrichtung Schule gibt es einen – pädagogisch angeleiteten und reflektierten – Sport für alle Kinder und Jugendlichen, dessen Kern der fachlich anspruchsvolle, durchgehend erteilte Sportunterricht ist (mit einem relativ hohen Stunden-Soll) und der i. d. R. nur von entsprechend ausgebildeten Sportlehrer/innen erteilt werden darf.
– An wissenschaftlichen Hochschulen und sportwissenschaftlichen Einrichtungen muss in Forschung und Lehre für die Qualität der Sportlehrer/innenbildung eingestanden werden; das beginnt mit der Frage von adäquaten Eignungsprüfungen und reicht über verstärkte, begleitete Praxisphasen wie auch Reflexionsanteile (der nicht selten sportartspezifischen, leistungszentrierten Karriere von Studierenden) sowie über fundierte schulsportbezogene Lehrveranstaltungen aus allen relevanten sportwissenschaftlichen Teildisziplinen bis zum gezielten Aufbau professioneller Kompetenzen für den Sportlehrer/innen-Beruf (fachpraktische, fachdidaktische und fachwissenschaftliche Anteile integrierend).
– In der Zusammenarbeit und engen Kooperation von Partnern aus Hochschule und Schule, Schulverwaltung, Sportvereinen, Berufsverbänden etc. ist durch konzertierte Maßnahmen (wie Kooperationsvereinbarungen) darauf hinzuwirken, dass eine möglichst gute Sportlehrer/innenbildung als ein – sowohl untereinander als auch zwischen den Ausbildungsphasen abzustimmendes – gemeinsames Anliegen offensiv vertreten und als ein identitätsstiftender Kern der gesamten Sportlandschaft hochgehalten wird.


Anhang

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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler
Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung, Sportwissenschaft
überregional
Schule und Wissenschaft, Studium und Lehre
Deutsch


Quelle: IDW