Film – und Medienwissenschaftler der Goethe-Universität untersuchen die neue Medienwelt der Pandem

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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23.10.2020 14:39

Film – und Medienwissenschaftler der Goethe-Universität untersuchen die neue Medienwelt der Pandem

Seit dem Ausbruch der aktuellen Pandemie ist unser Alltag digitaler und medialer als je zuvor. Was liegt da näher, als Medienwissenschaftlerinnen und Medienwissenschaftler zu befragen, wie wir diese „neue“ Welt verstehen können? Eine Publikation des Graduiertenkollegs „Konfigurationen des Films“ wirft erste Schlaglichter auf künftige Forschungsfragen.

Für Film- und Medienwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler ist die Pandemie eine besondere Herausforderung. Denn die Pandemie ändert derzeit nicht nur deren Arbeitssituation, sondern auch deren Forschungsgegenstand: die Medien selbst. „Die Medien müssen sich den neuen Formen von Arbeit, Güterzirkulation, Politik und Kultur anpassen und ermöglichen diese zugleich auch“, erklärt Laliv Melamed, Post-Doc-Forscherin im Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ die doppelte Perspektive ihres Fachs auf die Folgen der Pandemie. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Philipp Keidl hat sie federführend an der Publikation „Pandemic Media“ mitgewirkt.

„‘Pandemic Media‘ ist ein Versuch, den Herausforderungen der Pandemie in einer ersten Annäherung mit schlaglichtartigen Reflexionen über aktuelle und künftige Forschungsfragen der Medienwissenschaft zu begegnen“, sagt Professor Vinzenz Hediger, Sprecher des Graduiertenkollegs und Mitherausgeber der Publikation. Entsprechend trägt die Publikation auch den Untertitel „Preliminary Notes Towards an Inventory“: „Erste Notizen zu einem möglichen Verzeichnis“.

Wie beeinflusst also die neue Medienwelt der Pandemie die Medien? Die Publikation versammelt 37 Beiträge aus dem wissenschaftlichen Netzwerk des Graduiertenkollegs. Und dieses ist nahezu weltumspannend: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen u.a. an Universitäten in New York, Stanford, Toronto oder Seattle, in Oxford oder London, in Lagos, Utrecht, Frankfurt oder Paris. Die Vielfalt der Orte spiegelt sich in der Vielfalt der Perspektiven: Die Texte widmen sich nun häufig zu sehenden Drohnen-Bildern, der Ästhetik der Zoom-Video-Konferenz, den Dating-Apps und Trumps Fernsehstrategie gegen COVID, den Visualisierungen des Virus oder etwa der Entwicklung und Umsetzung der COVID-Tracing-App in Deutschland.

Der Umschlag des Bandes greift das aktuelle Werk des französischen Magnum-Photographen Antoine D’Agata auf: Dieser hat seit Beginn der Pandemie Pariser Straßenszenen und Vorgänge in Krankenhäusern der französischen Hauptstadt mit einer wärmempfindlichen Kamera festgehalten. D’Agatas Arbeiten – im Oktober in der Brownstone Foundation in Paris zu sehen – widmet sich auch ein Beitrag des Bandes.

Innovativ ist auch das open access-Publikationsverfahren, mit dem die Publikation in außergewöhnlich kurzer Zeit zustande kam: Die Herausgeber organisierten einen zeitlich hoch verdichteten „double blind peer review“-Prozess, in dem alle Beiträge innerhalb weniger Wochen mehrfach wissenschaftliche Überarbeitungsschritte durchliefen. Der Sprecher des Kollegs und Professor Antonio Somaini von der Université Paris-3, der mit der Goethe-Universität auch im Rahmen des International Master Cinema Studies (IMACS, www.imacsite.net) zusammenarbeitet, agiert als Mitherausgeber.

Die Texte erscheinen am 27. Oktober 2020 in der Reihe „Configurations of film“ des meson press-Verlags. Die gesamte Publikation ist zugänglich über: https://meson.press/books/pandemic-media/, zunächst im html-Format, später dann als PDFs zum Herunterladen. Bis Weihnachten soll das Buch auch als Band in gedruckter Fassung vorliegen.

Meson press ist ein innovativer Verlag, der sich auf open access-Publikationen zur digitalen Medienkultur spezialisiert hat. „Aus Verlagssicht ist ,Pandemic Media‘ ein hochspannendes Projekt“, kommentiert Verlagsleiter Andreas Kirchner die Zusammenarbeit. „Es passt nicht nur inhaltlich perfekt in das programmatische Profil von meson press, sondern eröffnet uns auch die Möglichkeit, mit zukunftsweisenden Publikationsformaten zu experimentieren.“

Das Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ untersucht seit 2017 die digitale Transformation der Filmkultur; in diesem Sommer hat es seine zweite Kohorte von 12 Doktorandinnen und Doktoranden aufgenommen.

Bild zum Download: http://www.uni-frankfurt.de/93471401

Bildtext: Die Temperatur der Pandemie: Dem Buchcover liegt ein Foto des Magnum-Fotografen Antoine D’Agata zugrunde, der seit April mit einer wärmeempfindlichen Kamera Pariser Straßenszenen und Vorgänge in Krankenhäusern dokumentiert (Foto: Cover (c) meson press/Mathias Bär/Antoine D’Agata)

Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. www.goethe-universitaet.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531p.barth@em.uni-frankfurt.de


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Philipp Keidl
Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“
keidl@em.uni-frankfurt.de

Dr. Laliv Melamed,
Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“
melamed@tfm.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Vinzenz Hediger
Sprecher des Graduiertenkollegs „Konfigurationen des Films“
hediger@tfm.uni-frankfurt.de


Originalpublikation:

Publikation: „Pandemic Media. Preliminary Notes Towards an Inventory“, hrsg. von Vinzenz Hediger, Philipp Keidl, Laliv Melamed und Antonio Somaini


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Gesellschaft
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW