Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“ 2021 für Anneke Meyer

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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26.02.2021 13:00

Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“ 2021 für Anneke Meyer

Anneke Meyer erhält den Journalistenpreis des EbM-Netzwerks für den Beitrag „Ich hätte Ihnen das gerne erspart“, der am 13.04.2020 im Deutschlandfunk gesendet wurde und sich mit dem Thema Zytomegalie in der Schwangerschaft auseinandersetzt.

Seit dem Jahr 2009 verleiht das EbM-Netzwerk den Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“. Der Preis würdigt journalistische Arbeiten aus dem Print-, TV-, Hörfunk- und Onlinebereich, die die Prinzipien, Anforderungen oder Konsequenzen der evidenzbasierten Medizin umfassend, verständlich und interessant darstellen.

Preisträgerin 2021 ist Anneke Meyer. Ihr Hörfunkbeitrag, ausgestrahlt am 13.04.2020 in der Reihe Wissenschaft im Brennpunkt des Deutschlandfunks, trägt den Titel „Ich hätte Ihnen das wirklich gerne erspart. Zytomegalie in der Schwangerschaft“. Die Preisverleihung fand am 26.02.2021 im Rahmen der virtuellen 22. Jahrestagung des EbM-Netzwerks statt.

Zytomegalie ist keine neu entdeckte Erkrankung und ist auch nicht besonders selten. Das Zytomegalie Virus, das die Infektion auslöst, gehört zur Familie der Herpesviren. Für gesunde Erwachsene ist es in der Regel harmlos, die Infektion verläuft oft unbemerkt oder wie bei einer milden Grippe. In der Schwangerschaft stellt sich das Virus aber als besonders gefährlich heraus. Für ein Ungeborenes kann Zytomegalie schwere Behinderungen oder auch den Tod bedeuten. Hochrechnungen zufolge sind in Deutschland jedes Jahr etwa 1500 Kinder davon betroffen, die sich im Mutterleib mit dem Zytomegalie Virus angesteckt haben. Eine zugelassene Behandlung, die Schädigungen am Ungeborenen sicher verhindern kann, gibt es bisher nicht. Eine Behandlung mit Hyperimmunglobulin hat sich in einer randomisiert-kontrollierten Studie als nicht wirksam erwiesen. Hingegen fanden sich in dieser Studie Hinweise auf eine Zunahme unerwünschter Wirkungen. Auch eine Impfung gibt es bisher nicht. Ein Screening in der Schwangerschaft wird daher in den Mutterschaftsrichtlinien nicht empfohlen.

In Anneke Meyers Hörfunkbeitrag „Ich hätte Ihnen das gerne erspart“ wird das Thema Zytomegalie in der Schwangerschaft in seiner ganzen Komplexität dargestellt. Trauer, Verzweiflung, Fakten, Unwissen. Schritt für Schritt nimmt Anneke Meyer die Hörer*innen mit, führt sie durch die vielen Fragen, die sich bei dem Thema Zytomegalie stellen.

Die Jury war besonders beeindruckt davon, wie es Anneke Meyer gelungen ist, die Hörer*innen von der ersten Minute an zu fesseln. Auch wenn die eigene Betroffenheit Anlass für ihre Recherche war, geht das entstandene Radiofeature weit über die Schilderung eines Einzelschicksals hinaus. Es gelingt der Autorin, Zytomegalie und seine Folgen dem Laien nahe zu bringen und ganz nebenbei Fachbegriffe und Prinzipien der evidenzbasierten Medizin zu vermitteln.

Dieser Beitrag ist ein Plädoyer für evidenzbasierte Medizin, für Patienteninformation, für Aufklärung und für mehr und bessere Forschung für eine weit verbreitete Viruserkrankung, die besonders schwangere Frauen und Neugeborene betrifft.

Die Laudatio wurde von Martina Keller, der Preisträgerin des Vorjahres und Mitglied der Jury 2021, gehalten.


Weitere Informationen:

https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/nachrichten/journalistenpreis…


Merkmale dieser Pressemitteilung:
jedermann
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch


Quelle: IDW