Mentoring-Programme helfen gegen den Online-Blues

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Wege zur physikalischen Erkenntnis

Diese erweiterte Neuauflage des Buchs „Wege zur physikalischen Erkenntnis“ enthält neben der wissenschaftlichen Selbstbiographie folgende Vorträge:

Die Einheit des physikalischen Weltbildes.
Die Stellung der neueren Physik zur mechanischen Naturanschauung.
Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis.
Dynamische und statistische Gesetzmäßigkeit.
Das Prinzip der kleinsten Wirkung.
Verhältnis der Theorien zueinander.
Das Wesen des Lichts.
Die Entstehung und weitere Entwicklung der Quantentheorie.
Kausalgesetz und Willensfreiheit.
Vom Relativen zum Absoluten.
Physikalische Gesetzlichkeit.
Das Weltbild der neuen Physik.
Positivismus und reale Außenwelt.
Wissenschaft und Glaube.
Die Kausalität in der Natur.
Ursprung und Auswirkung wissenschaftlicher Ideen.
Die Physik im Kampf um die Weltanschauung.
Vom Wesen der Willensfreiheit.
Religion und Naturwissenschaft.
Determinismus oder Indeterminismus.
Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft.
Scheinprobleme der Wissenschaft.
Wissenschaftliche Selbstbiographie.

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13.11.2020 11:38

Mentoring-Programme helfen gegen den Online-Blues

FAU-Forscher untersuchen, wie sie Studierende einfach unterstützen können

Mit dem Wintersemester sind viele Studierende bereits in ihr zweites „Corona-Semester“ gestartet, in dem sie weitgehend online unterrichtet werden. Häufig leidet im „Homeoffice“ die Motivation und es fehlt an Struktur im Alltag. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zeigen nun in einer weltweit einzigartigen Studie, dass Mentoring-Programme diese Probleme mildern und Studierende in einem Online-Semester erfolgreicher machen können.

Im Rahmen der Studie entwickelten die Forscher um Prof. Dr. Johannes Rincke, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik, im Sommersemester 2020 ein Mentoring-Programm für Studierende des Bachelorstudiengangs Wirtschaftswissenschaften am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der FAU in Nürnberg. Die Wissenschaftler engagierten Studierende in höheren Semestern und schulten sie als Mentorinnen und Mentoren. Dabei ging es nicht darum, andere Studierende fachlich zu unterstützen, sondern um Hilfe bei der Strukturierung und Selbstorganisation im studentischen „Homeoffice“. Anschließend boten die Forscher zufällig ausgewählten Studierenden im zweiten Studiensemester an, sich für das Mentoring-Programm zu registrieren, und verglichen diese Studierenden mit solchen, die diese Möglichkeit nicht bekommen hatten.

Die Studie mit etwa 700 Studierenden ergab, dass ein Programm bestehend aus nur fünf virtuellen Treffen mit einer Mentorin oder einem Mentor die Aussichten von Studierenden in einem Online-Semester deutlich verbessern kann. Eine Befragung der Studierenden zeigte, dass diese dank des Mentorings deutlich motivierter waren, sich regelmäßiger mit den Inhalten des Studiums befassten und eher überzeugt waren, dass ihr Einsatz für das Studium insgesamt ausreichend ist. Die positiven Effekte des Mentoring-Programms schlugen sich aber nicht nur in Befragungen nieder, sondern verbesserten auch die Studienleistungen. So meldeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Mentoring-Programms nach Ende der Vorlesungszeit zu mehr Prüfungen an.

Überraschend ist der Befund, dass leistungsstarke Studierende am meisten von dem Programm profitierten. Studierende, die im Wintersemester vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie zum erfolgreichsten Drittel in ihrer Studienkohorte gehörten, schlossen durch die Unterstützung ihrer Mentorinnen und Mentoren unter Corona-Bedingungen mehr als ein zusätzliches Modul ab (plus 6 ECTS). Im Ergebnis führte das Mentoring in der Gruppe der leistungsstarken Studierenden dazu, dass diese viel erfolgreicher waren als ohne diese Begleitung: Die Wahrscheinlichkeit, nach dem ersten Studienjahr alle vorgesehenen Prüfungen bestanden zu haben, stieg durch das Programm von 52 auf 61 Prozent. Bei weniger leistungsstarken Studierenden waren ebenfalls positive Effekte erkennbar. Diese lagen aber im Bereich der statistischen Unschärfe, so dass die Autoren der Studie keine verlässlichen Aussagen darüber machen können, ob und wie sehr schwächere Studierende von einem Mentoring profitieren.

Die FAU-Forscher zeigen mit ihrer Studie einen einfachen und vor allem sehr kostengünstigen Weg auf, wie Online-Lehre an Universitäten erfolgreich gestaltet werden kann: Ein Platz in dem von den Wissenschaftlern entwickelten Programm kostete die FAU lediglich etwa 60 Euro pro Semester.

Das erfolgreiche Mentoring-Programm ist aber nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Studien der FAU-Forscher zu der Frage, wie Universitäten ihre Studierenden erfolgreicher machen können. Für dieses Forschungsprogramm konnte das Team um Prof. Rincke nun umfangreiche Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von 250.000 Euro für drei Jahre einwerben. Mit diesen Mitteln finanzieren die Forscher derzeit unter anderem eine Umfrage unter Studienanfängerinnen und -anfängern an der FAU. Langfristiges Ziel der Untersuchung ist, die Häufigkeit von Studienabbrüchen zu verringern und die Berufsaussichten von Studierenden weiter zu verbessern.

Link zur Studie:
https://www.wirtschaftspolitik.rw.uni-erlangen.de/research/hnr_onlinementoring.p…

Ansprechpartner für Medien:
David Hardt
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik
david.hardt@fau.de

Prof. Dr. Markus Nagler
Juniorprofessur für Quantitative Labor Economics
markus.nagler@fau.de

Prof. Dr. Johannes Rincke
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik
johannes.rincke@fau.de


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

David Hardt
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik
david.hardt@fau.de

Prof. Dr. Markus Nagler
Juniorprofessur für Quantitative Labor Economics
markus.nagler@fau.de

Prof. Dr. Johannes Rincke
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik
johannes.rincke@fau.de


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Pädagogik / Bildung, Wirtschaft
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW