Nutri-Inflammation: Ernährungsstrategien gegen Darmkrebs

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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19.11.2020 15:01

Nutri-Inflammation: Ernährungsstrategien gegen Darmkrebs

Wie Nährstoffe die entzündungsgetriebene kolorektale Karzinogenese fördern – Roggenbuck-Stiftung unterstützt Lübecker Forschungsprojekt zur Nutri-Inflammation in der Onkologie

Gezielte Ernährungsinterventionen sind ein vielversprechender Ansatz in der Therapie von Krebserkrankungen, der jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Daher besteht ein starker Bedarf an der Identifizierung molekularer Zielstrukturen innerhalb des zellulären Stoffwechsels von Krebszellen. Der Energiestoffwechsel der Schleimhaut ist für die Homöostase der Darmbarriere von zentraler Bedeutung und wird durch chronische Entzündungen im Zusammenhang mit der westlichen Ernährung stark verändert.

Auf ihrem Weg, den Stoffwechsel des Darms im Rahmen der Entstehung von Darmkrebs (kolorektale Karzinogenese) besser zu verstehen, hat die Arbeitsgruppe „Molekulare Gastroenterologie“ von Dr. rer. nat. Stefanie Derer am Institut für Ernährungsmedizin (Direktor: Prof. Dr. med. Christian Sina) der Universität zu Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, kürzlich einen völlig neuen molekularen Mechanismus identifiziert.

Dieser Mechanismus beschreibt, wie Entzündungsprozesse den schnellen Stoffwechsel und somit das vermehrte Zellwachstum von Tumorzellen ermöglichen. Hierdurch konnte ein direkter Zusammenhang zwischen Entzündungsprozessen und der Verstärkung der Karzinogenese im Darm gezeigt werden. Weitere noch nicht publizierte Daten der Arbeitsgruppe aus Mausstudien weisen darauf hin, dass die entzündungsgetriebene Karzinogenese im Darm entscheidend durch gezielte Ernährungsinterventionen therapeutisch gehemmt werden kann.

Im Rahmen des durch die Erich und Gertrud Roggenbuck Stiftung geförderten Projektes sollen neue Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie Nährstoffe Entzündungsprozesse im Darm (= Nutri-Inflammation) und damit die kolorektale Karzinogenese entscheidend fördern. Basierend auf diesen Erkenntnissen strebt die Arbeitsgruppe an, neuartige ernährungsbasierte Strategien mit dem Ziel zu entwickeln, die entzündungsgetriebene kolorektale Karzinogenese therapeutisch einzubremsen.

Das nun mit 106.000 Euro geförderte Projekt unterstützt auf hervorragende Art und Weise die Gesamtstrategie des Instituts, ernährungsmedizinische Zielstrukturen insbesondere bei Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes zu identifizieren und diese dann für den Einsatz im Rahmen personalisierter ernährungsmedizinischer Therapien zu evaluieren.

Die „Erich und Gertrud Roggenbuck-Stiftung zur Förderung der Krebsforschung“ wurde 1979 von Gertrud Roggenbuck in Erinnerung an ihren Mann Erich, der mit 65 Jahren, und ihre gemeinsame Tochter, die im Alter von nur einem Jahr an Krebs starb, gegründet. Die Stiftung fördert wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit den Ursachen, dem Entstehen und der Therapie von Krebserkrankungen beschäftigen.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Stefanie Derer
Universität zu Lübeck
Institut für Ernährungsmedizin
Telefon: +49 451 3101 8402
Fax: +49 451 3101 8404
E-Mail: stefanie.derer@uksh.de
https://www.uksh.de/Ernaehrungsmedizin_Luebeck/Wissenschaft/AG+Molekulare+Gastro…


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW