Sportwissenschaft: Qualität gewinnt Spiele

Literature advertisement

Phänomen Naturgesetze

Was uns an den beinahe mythischen Denkern der antiken Welt so fasziniert, ist die wundervolle, abgeschlossene Einheit ihres Weltbildes. Mit welcher prachtvollen Gebärde steht einer dieser Denker vor uns, der legendenumrankte Pythagoras etwa, und sagt mit kühlem, unbeirrbarem Blick: Ich halte das Weltgeheimnis in den Händen.
Und hier beginnen die Ziele des vorliegenden Werkes. Es erblickt seine Aufgabe darin, in einem Umfang, der sich noch durcharbeiten lässt, ein wirkliches Verständnis der Welterscheinungen zu geben, soweit die Wissenschaft ein solches besitzt.
Es will gerade das bieten, was man in den vielen Werken über die Welt vergeblich sucht, weil diese den Ehrgeiz haben, möglichst viele Tatsachen zu bringen, deren Verarbeitung dann dem Leser überlassen bleibt.
Hier dagegen wird ein prinzipiell anderer Weg beschritten; die Tatsachen sind nur Hilfsmittel und nicht Endzweck. Es wird genau die Auswahl dessen geboten, was von dem gesamten sicheren Wissen zum Verständnis unseres naturwissenschaftlichen „Weltbildes“ notwendig ist.
Und der Leser dieses Buches kann wie Pythagoras mit unbeirrbaren Augen in die Welt blicken, denn er hält ihr Geheimnis in seinen Händen.

Hier geht es weiter …



Teilen: 

05.10.2020 12:44

Sportwissenschaft: Qualität gewinnt Spiele

„Qualität gewinnt Spiele“ – zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in ihrer Studie „Erfolgsfaktoren im Fußball: eine Analyse der deutschen Bundesliga“. Als wichtigste Erfolgskriterien identifizieren sie die Vermeidung von Fehlern in der Abwehr und Effizienz bei Torabschlüssen, speziell nach Kontern. Darüber hinaus belegt die Untersuchung empirisch, dass der Marktwert der Startelf signifikant über Sieg und Niederlage mitentscheidet. Die Studie stützt sich auf Daten aus 918 Bundesligaspielen. Über die Ergebnisse berichtet das Team im International Journal of Performance Analysis in Sport. (DOI: 10.1080/24748668.2020.1726157)

„Qualität gewinnt Spiele“ – zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in ihrer Studie „Erfolgsfaktoren im Fußball: eine Analyse der deutschen Bundesliga“. Als wichtigste Erfolgskriterien identifizieren sie die Vermeidung von Fehlern in der Abwehr und Effizienz bei Torabschlüssen, speziell nach Kontern. Darüber hinaus belegt die Untersuchung empirisch, dass der Marktwert der Startelf signifikant über Sieg und Niederlage mitentscheidet. Die Studie stützt sich auf Daten aus 918 Bundesligaspielen. Über die Ergebnisse berichtet das Team im International Journal of Performance Analysis in Sport. (DOI: 10.1080/24748668.2020.1726157)

„Es zeigt sich, dass im Fußball Präzision und Effizienz wichtiger sind als die absolute Anzahl von Spielaktivitäten“, sagt Hannes Lepschy vom Institut für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) des KIT. „Dies gilt für Torschüsse ebenso wie für Pässe und Laufwege.“ Für seine Dissertation hat Lepschy Spielerdaten miteinander verknüpft und einer Analyse unterzogen, die von 918 Bundesligaspielen aus den drei Saisons zwischen 2014 und 2017 aus unterschiedlichen Quellen vorliegen. Er wertete die Begegnungen mit knappem Ausgang aus, bei denen beide Mannschaften ungefähr gleich engagiert waren. Zusammen mit seinen Betreuern, Professor Alexander Woll und Dr. Hagen Wäsche, prüfte Lepschy 29 Variablen hinsichtlich ihres Einflusses auf Sieg oder Niederlage. Dabei haben sie Kontextfaktoren, wie den Marktwert des Teams und dessen Durchschnittsalter, in die Untersuchung einbezogen und Heim- und Gastmannschaften getrennt analysiert.

Auf dieser Basis identifizierte Hannes Lepschy die für Sieg und Niederlage signifikanten, einflussreichsten und am wenigsten einflussreichen Faktoren. „Neben erwartbaren Ergebnissen haben uns einige der Befunde selbst überrascht“, erklärt Alexander Woll, Leiter des IfSS. So haben die Vermeidung von Fehlern in der Defensive sowie die Anzahl der Torschüsse und die Effizienz beim Torabschluss den stärksten Einfluss auf die Gewinnwahrscheinlichkeit. Anders als oftmals vermutet, erhöht sich mit der Zahl der geschlagenen Flanken nicht etwa die Chance zu siegen, sondern vielmehr die Gefahr von Gegentoren. Zudem beeinflussen weder Ballbesitz noch Laufleistung das Ergebnis des Spieles. „Es kommt nicht darauf, wie viele Kilometer ein Spieler läuft oder wie häufig er den Ball hat, sondern vielmehr auf die Qualität der Räume, die er öffnet“, erläutert Lepschy. Hagen Wäsche ergänzt, dass auch Kontextvariablen berücksichtigt werden müssen. So hat das Durchschnittsalter des Teams keinen spielentscheidenden Einfluss; allerdings sind Heimvorteil und Marktwert der Spieler von entscheidender Bedeutung.

Bundesligatrainern empfehlen Lepschy, Wäsche und Woll, mit ihren Teams an der Qualität der Spielaktionen zu arbeiten. Es gehe darum, defensive Fehler zu vermeiden und ein präzises und schnelles Spiel in den entscheidenden Räumen zu fördern. „Und nicht zuletzt braucht es eine gute Einkaufsstrategie“, sagt Woll. Als nächstes wollen die Wissenschaftler ihre Methodik unter anderem mittels netzwerkanalytischer Methoden so weiterentwickeln, dass sie die relevanten Leistungsfaktoren noch mehr spezifizieren und als Beratungsgrundlage für das Training der Fußballbundesligisten in die Praxis transferieren können.

Originalpublikation:

Hannes Lepschy, Hagen Wäsche & Alexander Woll (2020) Success factors in football: an analysis of the German Bundesliga, International Journal of Performance Analysis in Sport, 20:2, 150-164, 2020. DOI: 10.1080/24748668.2020.1726157

Weiterer Pressekontakt:
Sandra Wiebe, Redakteurin/Pressereferentin, Tel.: +49 721 608-41172, E-Mail: sandra.wiebe@kit.edu

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 24 400 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversitäten.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: https://www.kit.edu/kit/presseinformationen.php


Anhang

attachment icon Sportwissenschaft: Qualität gewinnt Spiele


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Gesellschaft
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW