Werden Asylsuchende in Deutschland ungleich behandelt?

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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27.01.2021 11:04

Werden Asylsuchende in Deutschland ungleich behandelt?

Politikwissenschaftler Prof. Dr. Gerald Schneider vom Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz spricht im Interview über Ungleichbehandlung im deutschen Asylwesen.

Am heutigen Mittwoch, 27. Januar 2021, berät der Innenausschuss des Bundestags erneut zum Ermittlungsstand um die Praxis der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in der Behandlung von Asylanträgen. Auch der Präsident des BAMF, Dr. Hans-Eckhard Sommer, ist zu diesem Anlass vor den Ausschuss geladen. Der Konstanzer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Gerald Schneider macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass nach den Ergebnissen seiner Studien Asylsuchende in Deutschland sehr ungleich behandelt werden. Im Interview mit dem Online-Magazin campus.kn der Universität Konstanz erläutert Schneider nun die Bedeutung dieser Forschungsergebnisse: https://www.campus.uni-konstanz.de/wortwechsel/eine-evidenzbasierte-politik-ist-…

In zwei Studien von 2017 und 2020 belegt Gerald Schneider anhand öffentlich zugänglicher Zahlen, dass Asylanträge von verschiedenen Außenstellen des BAMF und von örtlich zuständigen Gerichten ungleich behandelt werden: In manchen Regionen Deutschlands wird den Ergebnissen der Studien zufolge der Mehrzahl der Anträge stattgegeben, in anderen die überwältigende Mehrheit abgelehnt – obwohl überall dieselben Maßstäbe gelten sollten. Die genannten Studien ziehen den Schluss, dass es anscheinend zahlreiche Fehlentscheidungen über Asylanträge gebe, was Rechtsunsicherheit entstehen lasse.

Den Ergebnissen dieser Studien hatte das BAMF mehrfach widersprochen. Gerald Schneider hat daraufhin am 21. Januar 2021 eine Replik auf die Position des BAMF in der Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik veröffentlicht. Nun erklärt er im Interview die Forschungsergebnisse und appelliert an die Behörde, sie möchte klare Hinweise auf wirkliche Probleme nicht totschweigen. „Eine evidenzbasierte Politik ist auch dann nötig, wenn sie schmerzt“, so Schneider.

Das vollständige Interview können Sie im Online-Magazin der Universität Konstanz campus.kn nachlesen: https://www.campus.uni-konstanz.de/wortwechsel/eine-evidenzbasierte-politik-ist-…

Faktenübersicht:

– Neue Publikation: Gerald Schneider (2021): Vertrauen ist gut, Replikation ist besser: Für eine evidenzbasierte Asylpolitik – Replik auf Ursula Gräfin Praschma. Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik 1/2021: 10-14.

– Prof. Dr. Gerald Schneider ist Professor für Internationale Politik an der Universität Konstanz und Principal Investigator des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“. Er forscht zu Entscheidungsfindung in der Europäischen Union, Ursachen und Auswirkungen bewaffneter Gewalt, der politischen Ökonomie internationaler Finanzmärkte sowie dem Umgang staatlicher Institutionen mit Asylsuchenden.

– 2017 und 2020 veröffentlichte Gerald Schneider zwei Studien zur Ungleichbehandlung von Asylanträgen in Deutschland:
— Gerald Schneider, Nadine Segadlo, Miriam Leue (2020): Forty-Eight Shades of Germany: Positive and Negative Discrimination in Federal Asylum Decision Making. German Politics 29/4: 564-581.
DOI: 10.1080/09644008.2019.1707810.
— Lisa Riedel, Gerald Schneider (2020): Dezentraler Asylvollzug diskriminiert: Anerkennungsquoten von Flüchtlingen im bundesdeutschen Vergleich, 2010-2015. Politische Vierteljahresschrift 58 (1), 21-48.
DOI: 10.5771/0032-3470-2017-1-21

– campus.kn ist das Online-Magazin der Universität Konstanz. Wir berichten darin multimedial über aktuelle Themen aus Wissenschaft und Forschung, Studium und Lehre sowie aus dem Campusleben der Universität.

Hinweis an die Redaktionen:
Ein Bild von Gerald Schneider kann im Folgenden heruntergeladen werden:
https://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/exzellenz/inequality/Personen/Schneider_Ge…

Bildunterschrift: Prof. Dr. Gerald Schneider, Professor für Internationale Politik am Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft und Principal Investigator des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“, Universität Konstanz.
Bild: German Marshall Fund


Anhang

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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Gesellschaft, Politik, Recht
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW