Fränkischer Wald im Klimastress

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Die Transzendenz der Realität

Der Nobelpreisträger Max Planck war einer der Pioniere der Quantenphysik und deshalb nicht verdächtig einem esoterischen Weltbild anzuhängen. Er vermutete hinter der Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und die Materie zusammenhält, einen bewussten intelligenten Geist. Diesen hielt er für den „Urgrund aller Materie“.
Völlig unerklärlich ist beispielsweise, dass Atome, Elektronen oder Protonen bei bestimmten Untersuchungen überhaupt nichts Materielles mehr an sich haben. Sie scheinen Welleneigenschaft zu besitzen. Einen Hinweis auf den bewussten Geist finden wir in der wissenschaftlichen Interpretation der physikalischen Experimente mit Quanten. Lässt sich Plancks Ansicht aufgrund der in diesem Buch dargelegten neueren Erkenntnisse bestätigen?
Unter Vermeidung fast aller Formeln ist ein allgemeinverständliches abgerundetes Sachbuch entstanden, das seinen Finger auf die offenen Wunden der Wissenschaft legt und überraschende Lösungen auch für die „letzten Dinge“ bereithält.

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15.06.2022 10:02

Fränkischer Wald im Klimastress

Mit der Hitze- und Dürrebelastung des Waldes befassen sich an der Uni Würzburg nicht nur die Lebens- und Naturwissenschaften. Auch die Europäische Ethnologie spürt dem Thema nach.

Die Dürresommer 2017 und 2018 beschleunigten das Baumsterben in Wäldern und Parks. Besonders stark traf das die ohnehin sehr trockene Region Unterfranken. Die Stadt Würzburg meldete allein aus ihrem Stadtwald rund 5.000 abgestorbene Bäume.

Mit den vielschichtigen Beziehungen zwischen Menschen und unterfränkischen Wäldern im Klimastress befasst sich der soeben erschienene 13. Band der Würzburger Studien für Europäische Ethnologie. Die von Laura Hoss vorgelegte Forschungsarbeit betrachtet, wie die Auswirkungen des Klimawandels das Leben von Pflanzen und Tieren ebenso wie den menschlichen Blick auf den Wald und das forstwirtschaftliche Handeln beeinflussen.

Angesichts der menschengemachten Klimaveränderungen geht die Autorin in ihrer Multispezies-Ethnografie der Frage nach, wie der komplexe Wirtschafts-, Lebens- und Arbeitsort Wald speziesübergreifend geformt und gestaltet wird. In den Mittelpunkt stellt sie die Verflechtungen und gegenseitigen Abhängigkeiten der im Wald lebenden und mit dem Wald arbeitenden Lebewesen.

Große Bereitschaft zum Experiment

Die unterfränkischen Försterinnen, Förster und Waldbesitzenden, mit denen Laura Hoss gesprochen hat, zeigen angesichts des Baumsterbens eine große Bereitschaft zum Experiment: Sie begegnen den Folgen des Klimawandels mit einer hohen Diversität an Arten und Praktiken, um das Risiko zu streuen, aber auch mit Demut angesichts der unwägbaren mittel- und langfristigen Folgen.

Dass der Wald der Zukunft ein anderer sein wird, darin sind sich die Gesprächspartnerinnen und -partner mit Hoss einig. Sie stimmen auch überein, dass zukünftig mehr Verantwortung und Achtsamkeit im wirtschaftlichen Handeln für das Überleben der Wald-Arten essentiell sein werden.

Laura Hoss hat sich mit dieser Thematik in ihrer Masterarbeit am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Volkskunde befasst. Ihre Betreuerin war Professorin Michaela Fenske. Die Autorin ist inzwischen wissenschaftliche Volontärin im Bereich Wechselausstellungen der DASA Arbeitswelt-Ausstellung in Dortmund.

Arbeiten sind online kostenfrei verfügbar

In der Reihe „Würzburger Studien für Europäische Ethnologie“ veröffentlicht der Lehrstuhl mit Unterstützung der Universitätsbibliothek studentische Abschlussarbeiten sowie Projektarbeiten. Jede Arbeit beruht auf aktuellen empirischen Forschungen. Die Bände sind gratis herunterzuladen unter https://www.phil.uni-wuerzburg.de/eevk/startseite/

Herausgegeben von Michaela Fenske und Susanne Dinkl, sind bislang diese studentischen Arbeiten in der Reihe veröffentlicht worden:

• Band 1: Heyer, Marlis (2018) Von Menschenkindern und Honigbienen. Multispecies-Perspektiven auf Begegnungen am Bienenstand.
• Band 2: Arnold, Irina (2018) Hunde auf ihrem Weg durch EUropa. Ethnographische Einblicke in den Tierschutz zwischen Spanien und Deutschland.
• Band 3: Zwurtschek, Alexander (2019) Recht im Alltag: Kulturwissenschaftliche Perspektiven.
• Band 4: Mack, Konstantin (2019) Politischer Pop. Der Eurovision Song Contest 2018 im Spannungsfeld zwischen Emanzipation und Antisemitismus.
• Band 5: Wolf, Ayla (2019) Akteure im Weltraum – Eine medienanalytische Untersuchung des menschlichen Traums zur Marskolonialisierung anhand von SpaceX.
• Band 6: Breul, Andrea (2020) Auf den Spuren des Gelben Sacks – Mülltrennung in Würzburg.
• Band 7: Hammer, Alexandra (2020) Doing Childhoods – Doing Futures? Ethnografische Perspektiven auf das gemeinsame Werden von Kindern und Eltern.
• Band 8: Schmittinger, Sarah (2021) Observing the Digital Self.
• Band 9: Carper, Pearl-Sue (2021): Die Macht der Ratten – Begegnungen in urbanen Räumen
• Band 10: Felix, Linzner (Hg.) (2021): Gelebte Utopien – Siedlungsprojekte der Lebensreform.
• Band 11: Gilfert, Julia (2021): „Die machen schon was mit Menschen“ – Eine kulturanthropologische Annäherung an Mensch-Rabenvogel-Beziehungen.
• Band 12: Mack, Konstantin (2022): Hund müsste man sein. Kulturanthropologische Perspektiven auf Pup Play.
• Band 13: Hoss, Laura (2022): Fränkische Waldgemeinschaften im
Klimawandel. Eine kulturanthropologische Studie.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Michaela Fenske, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde, Universität Würzburg, T +49 931 31-89921, michaela.fenske@uni-wuerzburg.de


Weitere Informationen:

https://www.phil.uni-wuerzburg.de/eevk/startseite/


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende
Gesellschaft, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW