Auf dem Weg zu lebensechten Robotern

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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11.11.2020 15:38

Auf dem Weg zu lebensechten Robotern

Damit Roboter in Zukunft mehr können als einfache Automaten, müssen sie nicht nur über eine eigene Denkleistung verfügen. Die künstliche Intelligenz muss um Fähigkeiten einer physischen künstlichen Intelligenz, PAI, erweitert werden, postulieren Empa-Forscher. Dies werde das Feld der Robotik und die Beziehungen zwischen Mensch und Maschine neu definieren.

Künstliche Intelligenz soll Maschinen immer erstaunlichere Leistungen vollbringen lassen. Denn ein Roboter, der nicht viel mehr kann als ein ferngesteuertes Modellauto, hat einen begrenzten Einsatzbereich. Doch vom Automaten bis zum autonomen Roboter ist es ein grosser, nahezu evolutionärer Schritt. Robotik-Forscher Mirko Kovac und Aslan Miriyev, die beide am «Materials and Technology Center of Robotics» der Empa in Dübendorf und am «Aerial Robotics Lab» des Imperial College London arbeiten, sind überzeugt, dass eine entscheidende Komponente diesen Entwicklungsschritt ermöglichen kann: Die physische künstliche Intelligenz, kurz PKI oder PAI (engl.: physical artificial intelligence). Denn erst wenn die künstliche Intelligenz eines digitalen «Gehirns» auch mit einem intelligenten Körper verschmolzen werde, könnten neuartige Roboter entstehen, die über Eigenschaften vergleichbar mit intelligenten lebenden Organismen verfügen. Ihre These haben sie nun in der jüngsten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature Machine Intelligence veröffentlicht.

Über den Tellerrand hinaus

Um voll autonome, intelligente Robotersysteme zu entwickeln, müssen unterschiedliche Disziplinen ihre Synergien erkennen und nutzen wie Materialwissenschaften, Biologie, Maschinenbau, Chemie und Informatik, so die Forscher. «Wir stellen uns vor, dass PAI-Roboter erst durch die Verwendung einer Vielzahl unkonventioneller Materialien und Forschungsmethoden entstehen», sagt Mirko Kovac. Hierzu würden Forschende ein viel breiteres Spektrum an Fähigkeiten benötigen als in der konventionellen Robotik üblich. Denn bisher liegt der Schwerpunkt bei der Robotik auf der Entwicklung eines «Gehirns», der künstlichen Intelligenz. «Nun ist es an der Zeit, Robotersysteme zu entwickeln, die auch einen intelligenten Körper besitzen», sagt Kovac. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Partnerschaften und eine Anpassung der Ausbildung von Nachwuchsforschenden seien daher gefragt. «In einem multidisziplinären Umfeld zu arbeiten, erfordert Mut. Die Forschenden müssen ihre Komfortzonen verlassen und über abgegrenzte Disziplinen hinausdenken.»

Symbiose von Mensch und Maschine

Die Empa-Forscher möchten die Vision einer Gesellschaft, in der Menschen von Maschinen unterstützt werden, in einem Mass, das einem «Zusammenleben» entspricht, vorantreiben. «Diese Symbiose kann nur entstehen, wenn eine sichere Interaktion zwischen Menschen und Robotern möglich ist», sagt Kovac. Damit Roboter auf alle Unwägbarkeiten der Umwelt reagieren können, sei die physische Intelligenz eines Roboterkörpers ein unverzichtbarer Schritt. Die Forscher hoffen nun, dass ihre Arbeit eine aktive Diskussion des Themas fördert.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Mirko Kovac (Empa)
Materials and Technology Centre of Robotics
Tel. +41 58 765 4689
aslan.miriyev@empa.ch

Aerial Robotics Lab (Imperial)
Tel. +44 20 7594 5063
m.kovac@imperial.ac.uk

Dr. Aslan Miriyev
Materials and Technology Centre of Robotics
Tel. +41 58 765 4631


Originalpublikation:

M Kovac, A Miriyev; Skills for Physical Artificial Intelligence; Nature Machine Intelligence (2020); https://doi.org/10.1038/s42256-020-00258-y


Weitere Informationen:

https://www.empa.ch/web/s604/lifelike-robots


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Informationstechnik, Kunst / Design, Maschinenbau
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
Deutsch


Quelle: IDW