BIU 2.0 Forschungsverbund mit Boehringer Ingelheim verlängert: Universitäre Grundlagenforschung trifft Pharmaindustrie

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Phänomen Naturgesetze

Was uns an den beinahe mythischen Denkern der antiken Welt so fasziniert, ist die wundervolle, abgeschlossene Einheit ihres Weltbildes. Mit welcher prachtvollen Gebärde steht einer dieser Denker vor uns, der legendenumrankte Pythagoras etwa, und sagt mit kühlem, unbeirrbarem Blick: Ich halte das Weltgeheimnis in den Händen.
Und hier beginnen die Ziele des vorliegenden Werkes. Es erblickt seine Aufgabe darin, in einem Umfang, der sich noch durcharbeiten lässt, ein wirkliches Verständnis der Welterscheinungen zu geben, soweit die Wissenschaft ein solches besitzt.
Es will gerade das bieten, was man in den vielen Werken über die Welt vergeblich sucht, weil diese den Ehrgeiz haben, möglichst viele Tatsachen zu bringen, deren Verarbeitung dann dem Leser überlassen bleibt.
Hier dagegen wird ein prinzipiell anderer Weg beschritten; die Tatsachen sind nur Hilfsmittel und nicht Endzweck. Es wird genau die Auswahl dessen geboten, was von dem gesamten sicheren Wissen zum Verständnis unseres naturwissenschaftlichen „Weltbildes“ notwendig ist.
Und der Leser dieses Buches kann wie Pythagoras mit unbeirrbaren Augen in die Welt blicken, denn er hält ihr Geheimnis in seinen Händen.

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07.04.2021 14:01

BIU 2.0 Forschungsverbund mit Boehringer Ingelheim verlängert: Universitäre Grundlagenforschung trifft Pharmaindustrie

Seit rund einer Dekade forschen die Universität Ulm und Boehringer Ingelheim gemeinsam im BIU BioCenter zu den molekularbiologischen Grundlagen häufiger Krankheitsbilder. Nun ist der erfolgreiche Forschungsverbund in die nächste Förderphase eingetreten – BIU 2.0. Anfang April sind die neuen gemeinsamen Forschungsprojekte gestartet. Durch diese Kooperation der universitären Grundlagenforschung mit der Pharmaindustrie sollen wissenschaftliche Ergebnisse zeitnah in die Entwicklung neuer Therapien einfließen.

Bereits seit 2011 verbindet das BIU BioCenter universitäre Grundlagenforschung mit der Entwicklungskompetenz eines führenden Pharmaunternehmens. Jetzt haben die starken regionalen Partner, Universität Ulm und Boehringer Ingelheim, die nächste Förderphase mit jährlich 800 000 Euro vertraglich abgesichert – BIU 2.0. Auch in den kommenden Jahren wird im Forschungsverbund insbesondere zu molekularbiologischen Grundlagen häufiger Krankheitsbilder geforscht. Immer mit den Zielen, die Diagnostik zu verbessern und neue Therapieansätze zu entwickeln.

Bei seiner Gründung in 2011 war das Boehringer Ingelheim Ulm University BioCenter (BIU) als Public-Private-Partnership-Verbund zwischen einer Universität und einem Pharmaunternehmen deutschlandweit einmalig. Und noch immer setzt das BioCenter Maßstäbe: Der Zusammenschluss führender Köpfe aus der universitären Grundlagenforschung und aus der Industrie hat die Güte eines Sonderforschungsbereichs. Weiterhin fördert das Verbundprojekt die Innovationskraft des bereits starken Biotechnologie- und Pharmastandorts Ulm-Biberach.
„Im Verbund BIU 2.0 werden wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet, die für die Universität Ulm wie auch für Boehringer Ingelheim relevant sind. Durch diese Zusammenarbeit können Ergebnisse aus der universitären Forschung zeitnah in die Entwicklung neuer Therapien einfließen“, betont Professor Klaus-Michael Debatin, Sprecher des Forschungsverbunds und Vizepräsident für Kooperationen der Universität Ulm.

„Die Kooperation ermöglicht es uns, wertvolle Synergien zwischen der Grundlagenforschung, der pharmazeutischen Forschung und ihrer klinischen Anwendung zu schaffen. Ich freue mich, dass wir auch in Zukunft unsere regionale Expertise nutzen werden, um translationale Forschung voranzutreiben und neue Therapiemöglichkeiten für Patienten auf den Weg zu bringen.“, ergänzt der stellvertretende Vorstandssprecher Dr. Dirk Stenkamp, Leiter Forschungsstandort Deutschland bei Boehringer Ingelheim am Standort Biberach.

Seit der ersten Förderphase in 2011 steht die Forschung zu häufigen neuropsychiatrischen und kardiometabolischen Krankheitsbildern sowie zu Lungenerkrankungen im Zentrum des BioCenters. 2016 kam das Querschnittsthema Immunmodulation hinzu: Durch eine Beeinflussung der Immunreaktion lassen sich beispielsweise bei chronischen Darmerkrankungen, Allergien, Rheuma oder bestimmten Krebsarten Behandlungserfolge erzielen. In der nun besiegelten zweiten Förderphase, BIU 2.0, wird das Forschungsspektrum um den Bereich „Research Beyond Borders“ (Forschung jenseits der Grenzen) ergänzt. Dieser Bereich ist der „Innovations-Radar“ von Boehringer Ingelheim, der die Möglichkeiten neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse auslotet. Die Projekte der zweiten Förderphase sind bereits Anfang April gestartet.

Erfolgreiche Forschung im BioCenter

In der ersten Förderphase waren BIU-Forschende hocherfolgreich. Neben zahlreichen Fachpublikationen hat der Verbund vielversprechende Forschungsergebnisse hervorgebracht. Auf dem Gebiet Neuropsychiatrie ist es beispielsweise gelungen, Biomarker im Liquor zu identifizieren, die eventuell eine präzisere Diagnose von Depression ermöglichen.
Im Bereich der kardiometabolischen Erkrankungen suchen die Forscher gemeinsam nach Therapien gegen Adipositas und damit verbundenen Folgeerkrankungen. Dazu setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf das sogenannte „Browning“ von Fettzellen. Dafür werden Faktoren gesucht, die Vorläuferzellen im Fettgewebe dazu bringen, vornehmlich „nützliche“ braune statt „schädliche“ weiße Fettzellen zu bilden. Braunes Fettgewebe ist dafür bekannt, dass es Energie verbraucht und in Form von Wärme abgibt, wodurch es zu einer positiven Beeinflussung des Stoffwechsels kommt.

Ein weiteres BIU-Projekt hat zu einem tieferen Verständnis der embryonalen Entwicklung der Bauchspeicheldrüse im Kontext von Diabeteserkrankungen geführt. Die Forscher haben ein „Diabetesgen“ entdeckt und charakterisiert. Dadurch konnten sie zeigen, dass bestimmte genetische Programme die Entwicklung von Diabetes beschleunigen, aber auch für die Wahl der besten Therapie entscheidend sein können. Diese Erkenntnisse tragen eines Tages womöglich zur Entwicklung neuartiger und personalisierter Therapien bei. In dem Zusammenhang haben die Forscher außerdem ein Modellsystem der Bauchspeicheldrüse für Erkrankungen wie Pankreaskrebs und Diabetes etabliert, das Tierexperimente ersetzen soll.

Die Nachwuchsförderung des Forschungsverbunds läuft größtenteils über die internationale Graduiertenschule für Molekulare Medizin, die im Zuge der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder an der Universität Ulm etabliert wurde. „BIU-Doktorandinnen und -Doktoranden werden an der Universität und bei Boehringer Ingelheim betreut. Sie haben die Möglichkeit, an beiden Standorten zu forschen und bereits während der Promotion Industriekontakte zu knüpfen“, erklärt Professor Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät.

Zum Hintergrund

Der Public-Private-Partnership-Verbund BIU BioCenter wurde 2011 von der Universität Ulm und Boehringer Ingelheim ins Leben gerufen. Auftragsforschung wird im BioCenter nicht betrieben: Alle Projekte durchlaufen ein qualitätsgeleitetes Auswahlverfahren mit externen Gutachtern und werden regelmäßig evaluiert.
Die erste Förderphase des BIU BioCenters war in zwei Perioden untergliedert (2011-2016 und 2016-2019). In jeder Förderperiode hat Boehringer Ingelheim 2,25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und die Medizinische Fakultät der Universität Ulm 750 000 Euro. Das Land Baden-Württemberg hat sich im Zuge des Programms „Industry on Campus“ mit jeweils 1,5 Millionen Euro an dem erfolgreichen Projekt beteiligt. Mit Ende der ersten Förderphase ist diese Landesförderung plangemäß ausgelaufen.
Ab Januar 2021 (zweite Förderphase) finanziert Boehringer Ingelheim den Forschungsverbund mit jährlich 533 000 Euro und die Medizinische Fakultät mit jährlich 267 000 Euro für zunächst weitere drei Jahre. Anschließend wird eine Evaluation über die Fortführung des Verbunds entscheiden.


Weitere Informationen:

https://www.uni-ulm.de/medizinische-fakultaet/forschung/biu/


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
Deutsch


Quelle: IDW