Einzelne Immunzelle rettet Patient das Leben

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Wege zur physikalischen Erkenntnis

Diese erweiterte Neuauflage des Buchs „Wege zur physikalischen Erkenntnis“ enthält neben der wissenschaftlichen Selbstbiographie folgende Vorträge:

Die Einheit des physikalischen Weltbildes.
Die Stellung der neueren Physik zur mechanischen Naturanschauung.
Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis.
Dynamische und statistische Gesetzmäßigkeit.
Das Prinzip der kleinsten Wirkung.
Verhältnis der Theorien zueinander.
Das Wesen des Lichts.
Die Entstehung und weitere Entwicklung der Quantentheorie.
Kausalgesetz und Willensfreiheit.
Vom Relativen zum Absoluten.
Physikalische Gesetzlichkeit.
Das Weltbild der neuen Physik.
Positivismus und reale Außenwelt.
Wissenschaft und Glaube.
Die Kausalität in der Natur.
Ursprung und Auswirkung wissenschaftlicher Ideen.
Die Physik im Kampf um die Weltanschauung.
Vom Wesen der Willensfreiheit.
Religion und Naturwissenschaft.
Determinismus oder Indeterminismus.
Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft.
Scheinprobleme der Wissenschaft.
Wissenschaftliche Selbstbiographie.

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25.08.2020 15:15

Einzelne Immunzelle rettet Patient das Leben

Patient mit schwerem Immundefekt bildet dank einzelner Immunstammzelle funktionsfähiges Immunsystem aus / Erkenntnisse von Bedeutung für Stammzelltransplantationen bei Immundefekten und Krebs

Eine einzige Immunstammzelle kann die Aufgabe von hunderttausenden Stammzellen übernehmen und einen wesentlichen Teil des menschlichen Immunsystems bilden. Anhand eines äußerst ungewöhnlichen Patienten zeigen das jetzt Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit Kolleg*innen aus Freiburg, Ulm und Frankfurt. Der heute 18-Jährige Patient kann aufgrund eines genetischen Defekts eigentlich keine T-Immunzellen herstellen. Doch in einer einzigen Immunstammzelle scheint es früh zu einer extrem seltenen zufälligen Korrektur des Fehlers gekommen zu sein. Die Folge: Nachfolgezellen dieser einen T-Stammzelle entwickeln sich normal und führen auch langfristig alle erforderlichen Immunfunktionen wie die Zerstörung von Krebszellen oder virusinfizierten Zellen aus. Diese Erkenntnisse könnten unter anderem helfen, den Erfolg von Stammzelltransplantationen bei Krebserkrankungen oder Immundefekten deutlich zu steigern. Die Studie erschien am 22. August 2020 im Fachmagazin EBioMedicine der Lancet-Gruppe.

„Wir waren äußerst überrascht, welches Potenzial in einer einzigen Immunstammzelle steckt“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Stephan Ehl, Ärztlicher Direktor des Instituts für Chronische Immundefizienz am Universitätsklinikum Freiburg und Mitglied des Excellenzclusters CIBBS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. „Besonders wichtig ist, dass das Immunsystem bei unserem Patienten nicht im Laufe der Zeit ermüdet ist und die gebildeten Immunzellen trotz ihres gemeinsamen Ursprungs aus nur einer Immunstammzelle sehr unterschiedlich sind. Das ist für eine wirksame Immunabwehr entscheidend.“

Gesund trotz lebensbedrohlicher Krankheit

Der von Ehl und Kolleg*innen bereits seit 13 Jahren begleitete Patient besitzt einen Genfehler, der eigentlich zu einem sogenannten schweren kombinierten Immundefekt (SCID) führt. Betroffene können keine T-Immunzellen herstellen, weshalb selbst ansonsten harmlose Infekte für sie oft schwerwiegende Folgen haben. Unbehandelt führt SCID meist innerhalb der ersten beiden Lebensjahre zum Tode. SCID kann nur durch eine Knochenmarkstransplantation geheilt werden.

Bei dem Freiburger Patienten war dies nicht nötig. Er erhält lediglich unterstützend Antikörper und ist ansonsten gesund. „Diese zufällige Korrektur des Genfehlers ist bei einer so schweren Krankheit ein kleines Wunder“, sagt Ehl. „Gleichzeitig zeigt sie uns, dass es ausreichen könnte, sehr wenige Zellen im Labor gentherapeutisch zu reparieren oder als Knochenmarksspende zu übertragen.“ Die Forscher*innen erhoffen sich davon vereinfachte und sicherere Therapieverfahren.

Das Team um den Immunologen Ehl beschäftigt sich viel mit solchen ‚grenzwertigen’ Immunsystemen. „Wir wollen verstehen, wie viel T-Zell-Immunität genug ist, um langfristig ein gesundes Leben zu führen. Damit können wir im besten Fall besser einschätzen, welche Patient*innen frühzeitig ein neues Immunsystem in Form einer Stammzelltransplantation benötigen“, so Ehl.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Stephan Ehl
Ärztlicher Direktor
Institut für Chronische Immundefizienz
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-77300
stephan.ehl@uniklinik-freiburg.de


Originalpublikation:

Originaltitel der Studie: Long-term robustness of a T-cell system emerging from somatic rescue of a genetic block in T-cell development
DOI: 10.1016/j.ebiom.2020.102961


Weitere Informationen:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352396420303376 Link zur Studie


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


Quelle: IDW