Erster Nachwuchs im Feto-Neonatalen-Pfad des Uniklinikums Dresden

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Wege zur physikalischen Erkenntnis

Diese erweiterte Neuauflage des Buchs „Wege zur physikalischen Erkenntnis“ enthält neben der wissenschaftlichen Selbstbiographie folgende Vorträge:

Die Einheit des physikalischen Weltbildes.
Die Stellung der neueren Physik zur mechanischen Naturanschauung.
Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis.
Dynamische und statistische Gesetzmäßigkeit.
Das Prinzip der kleinsten Wirkung.
Verhältnis der Theorien zueinander.
Das Wesen des Lichts.
Die Entstehung und weitere Entwicklung der Quantentheorie.
Kausalgesetz und Willensfreiheit.
Vom Relativen zum Absoluten.
Physikalische Gesetzlichkeit.
Das Weltbild der neuen Physik.
Positivismus und reale Außenwelt.
Wissenschaft und Glaube.
Die Kausalität in der Natur.
Ursprung und Auswirkung wissenschaftlicher Ideen.
Die Physik im Kampf um die Weltanschauung.
Vom Wesen der Willensfreiheit.
Religion und Naturwissenschaft.
Determinismus oder Indeterminismus.
Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft.
Scheinprobleme der Wissenschaft.
Wissenschaftliche Selbstbiographie.

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04.12.2020 11:10

Erster Nachwuchs im Feto-Neonatalen-Pfad des Uniklinikums Dresden

Betreuung für schwangere Frauen mit erhöhtem Risiko für Schwangerschaftsvergiftung oder einer Wachstumsverzögerung des ungeborenen Kindes / Über 250 Frauen profitieren bereits von der Zusammenarbeit in der Region / Projekt mit Universitätsklinikum Jena, der AOK Plus und der BARMER läuft bis 2023

Paul ist einer der ersten Neugeborenen, der Dank der Versorgung im Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden gesund zur Welt gekommen sind. Mama Janine Laube aus Dresden ist eine von über 250 Frauen, die seit Start des Pfades im Januar 2020 von der Versorgung profitiert haben.

Der Pfad kümmert sich um schwangere Frauen mit einem erhöhten Risiko für Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) oder einer Wachstumsverzögerung des ungeborenen Kindes. Dabei erhalten die Pfadteilnehmer eine engmaschige Betreuung bei niedergelassenen Frauenärzten bzw. Kinderärzten sowie durch Pränatalmediziner, Geburtshelfer, Neonatologen und Psychologen am Universitätsklinikum Dresden. Die Wirksamkeit der in der 10. Schwangerschaftswoche beginnenden und mit dem Ende des ersten Lebensjahres abgeschlossenen Betreuung wird aktuell im Rahmen eines Innovationsfonds-Projektes evaluiert, womit dann die Voraussetzung für eine Regelfinanzierung geschaffen werden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Geburt des ersten Kindes einer Schwangeren, die den Pfad von Anfang an durchlaufen hat, den Erfolg unserer Arbeit sehen“, sagt Prof. Mario Rüdiger, Direktor des Zentrum für Feto-Neonatale Gesundheit am Universitätsklinikum. Zusammen mit den Partnern, dem Universitätsklinikum Jena, der AOK Plus und der BARMER, werden in den kommenden drei Jahren Daten gesammelt und durch das Zentrum für Evidenz basierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) analysiert. „Bei ca. jeder 50. Schwangeren besteht die Gefahr, dass es zu einer Schwangerschaftsvergiftung kommt. Bei ca. 5 Prozent der Schwangerschaften findet sich ein unzureichendes Wachstum des ungeborenen Kindes. Die Folgen dieser Schwangerschaftskomplikationen sind z.B. Hirnblutungen der Mutter oder langfristige kardiovaskuläre Erkrankungen nach der Schwangerschaft beziehungsweise eine zu frühe Geburt und Entwicklungsstörungen des Kindes“, sagt PD Dr. Cahit Birdir, leitender Oberarzt für Geburtshilfe und Pränatalmedizin. Wenn in diesen Fällen Schwangere sowie ihre Kinder engmaschig betreut werden, steigen die Chancen, dass sich die Kinder langfristig normal entwickeln.

Seit Januar 2020 können betroffene schwangere Frauen in dem Pfad betreut werden. Mit fünf Millionen Euro finanziert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Rahmen des Innovationsfonds bis 2023 dieses Angebot einer strukturierten, interdisziplinären und transsektoralen Versorgung Schwangerer und ihrer Neugeborenen. Im Rahmen des Projektes soll die Wirksamkeit der Intervention, die mit der 10. Schwangerschaftswoche beginnt und nach dem ersten Lebensjahr endet, evaluiert und damit die Voraussetzung für eine Regelfinanzierung geschaffen werden. Bisher wurden in Ostsachsen bereits über 250 Teilnehmerinnen im Feto-Neonatalen-Pfad betreut und haben so von der multiprofessionellen Zusammenarbeit von Frauenärzten, Pränatalmedizinern, Neonatologen, Kinderärzten und Psychologen profitiert. Unterstützt wird das Projekt zusätzlich durch die Kassenärztlichen Vereinigungen Sachsen und Thüringen sowie die jeweiligen Landesärztekammern.

Den Erfolg der gemeinsamen Arbeit können alle Beteiligte nun anhand der ersten Kinder, deren Mütter im Pfad betreut wurden, direkt sehen. So wurde Paul am 25. September 2020 mit 3530 Gramm und einer Größe von 55 Zentimetern geboren. Für seine Mama Janine Laube ist er das zweite Kind, ihr erst geborener Sohn besucht die Kita. Weil sie an einer Gerinnungsstörung leidet und einige Medikamente nicht verträgt, wurde sie schon zu Beginn der Schwangerschaft in den Pfad aufgenommen und dann engmaschig betreut. Die Schwangerschaft ist gut verlaufen, Söhnchen Paul kam gesund zur Welt und macht seinen Eltern und Bruder Freude.

Kinder von Müttern, die im Pfad betreut wurden und trotzdem zu klein oder krank geboren wurden, erhalten neben der intensivmedizinischen Betreuung am Uniklinikum Dresden nach der Entlassung von den teilnehmenden Kinderärzten ein intensivere Nachbetreuung. Die ambulanten Kinderärzte können sich durch die zusätzliche Finanzierung mehr Zeit für ihre kleinen Patienten nehmen und eine, auf die Wachstumsverzögerung ausgerichtete Beratung anbieten.

Letztlich erhalten die Schwangeren und betroffenen Familien auch das Angebot einer psychologischen Begleitung. Wird die Schwangere nach der Risikofeststellung in den Pfad aufgenommen, kann sie mit einer Psychologin über ihre Ängste und Befürchtungen, aber auch Hoffnungen und Ziele sprechen. Genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt erhält sie weitere Unterstützung, auf die sie immer wieder zurückgreifen kann. Die ergänzende psychosoziale Begleitung der ersten Tagen oder auch Wochen der jungen Familie mit Kind stärkt die familiäre psychische Widerstandskraft, fördert den Aufbau einer engen Eltern-Kind-Bindung und sichert damit die Nachhaltigkeit der Gesundheitsinvestitionen.
„Das Universitätsklinikum Dresden baut auf ein enges Netzwerk mit Akteuren der Patientenversorgung aus der Pflege und den Gesundheitsberufen in der Region. Darin haben wir bereits gute Erfahrungen wie etwa bei der Palliativversorgung durch das Brückenprojekt der Kinderklinik oder dem PANOS-Netzwerk zur Versorgung von Parkinson-Patienten gesammelt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden. „Der Feto-Neonatale Pfad ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, welche Impulse von der Hochschulmedizin Dresden ausgehen, die die Versorgung von in diesem Fall Schwangeren und ihren Kindern verbessern. Damit stellen wir sicher, dass Sachsen auch weiterhin die niedrigste Säuglingssterblichkeit in Deutschland hat. Diese Verantwortung nehmen wir als Maximalversorgung sehr ernst.“

„Einen großen Beitrag zu dieser optimierten Versorgung leisten neben den Frauenärzten und Neonatologen des Uniklinikums Dresden auch die niedergelassenen Frauen- und Kinderärzte, die sich mit großem Engagement am Projekt beteiligen, und denen unser besonderer Dank gilt“, sagt Prof. Mario Rüdiger. „Mit dem Projekt konnten niedergelassene Frauenärzte sensibilisiert werden, auf ausgewählte anamnestische Risikofaktoren zu achten. So ermöglichen sie auch augenscheinlich unauffälligen Schwangeren durch den Einstieg in den Feto-Neonatalen-Pfad, das tatsächliche Risiko für eine Präeklampsie oder eine Wachstumsverzögerung zu ermitteln.“

Der transsektorale, multiprofessionelle und interdisziplinäre Pfad wurde durch eine enge Zusammenarbeit der beiden Universitätsklinika Dresden und Jena mit der AOK PLUS und der BARMER möglich. „Seit dem Start des Innovationsfonds-Projektes 2020 konnten in Sachsen und Thüringen bisher 242 AOK PLUS-versicherte junge Frauen diese sorgsame und begleitete Betreuung während ihrer Schwangerschaft nutzen. Für sie wurde dadurch diese besondere Zeit leichter und die Familien konnten sich gemeinsam und mit weniger Sorgen auf ihr Baby freuen. Diese neue Zusammenarbeit wollen wir weiterführen und gemeinsam zum Beispiel an digitalen Unterstützungsangeboten arbeiten. Ziel muss sein, dass die hier gesammelten Erfahrungen wirklich flächendeckend in die Regelbetreuung einfließen können“, sagt Rainer Striebel, Vorstand der AOK PLUS. „Die Schwangerschaft ist ein sehr komplexer Vorgang, der leider nicht immer so komplikationsfrei verläuft, wie Eltern es sich wünschen. Um die Gesundheitsrisiken beispielsweise bei Wachstumsstörungen oder drohender Frühgeburt für Mutter und Kind noch besser im Blick zu behalten, wurde dieser spezielle Versorgungspfad ins Leben gerufen. Die BARMER als Krankenkasse für Familien unterstützt das Projekt sehr gern, denn Frauenärzte, Kinderärzte und Psychologen arbeiten hier eng zusammen. Wenn es gelingt, diese ganzheitliche Herangehensweise in die allgemeine Versorgung zu integrieren, wäre das ein großer Schritt hin zu einer noch besseren, individualisierten Patientenversorgung, die Eltern und Kind schon in einer ganz frühen Entwicklungsphase hilft“, sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der BARMER in Sachsen.

„Falls die begleitende Evaluation einen Vorteil dieses strukturierten Vorgehens nachweisen kann, ist ein bundesweiter Transfer dieses Angebots geplant“, sagt Prof. Mario Rüdiger. „Ziel ist es, dieses Angebot deutschlandweit – analog zu den in Sachsen dann bereits etablierten Versorgungsstrukturen – übertragen zu können.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Zentrum für Feto-Neonatale Gesundheit
Direktor: Prof. Mario Rüdiger
Telefon: 0351 458 36 40 (Sekretariat)
mario.ruediger@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/kik


Weitere Informationen:

http://Patienten und Interessierte können sich auf der Website des Feto-Neonatalen-Pfades ebenfalls über das Projekt informieren.
http://www.ukdd.de/feto-neonat-pfad


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch


Quelle: IDW