Mehr Bildung schützt nicht zwingend vor Demenz

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Die Transzendenz der Realität

Der Nobelpreisträger Max Planck war einer der Pioniere der Quantenphysik und deshalb nicht verdächtig einem esoterischen Weltbild anzuhängen. Er vermutete hinter der Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und die Materie zusammenhält, einen bewussten intelligenten Geist. Diesen hielt er für den „Urgrund aller Materie“.
Völlig unerklärlich ist beispielsweise, dass Atome, Elektronen oder Protonen bei bestimmten Untersuchungen überhaupt nichts Materielles mehr an sich haben. Sie scheinen Welleneigenschaft zu besitzen. Einen Hinweis auf den bewussten Geist finden wir in der wissenschaftlichen Interpretation der physikalischen Experimente mit Quanten. Lässt sich Plancks Ansicht aufgrund der in diesem Buch dargelegten neueren Erkenntnisse bestätigen?
Unter Vermeidung fast aller Formeln ist ein allgemeinverständliches abgerundetes Sachbuch entstanden, das seinen Finger auf die offenen Wunden der Wissenschaft legt und überraschende Lösungen auch für die „letzten Dinge“ bereithält.

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26.11.2020 11:07

Mehr Bildung schützt nicht zwingend vor Demenz

Die Studienlage schien klar zu sein: Schulbildung schützt vor Demenz. Um bis zu sieben Prozent sollte jedes Schuljahr das Risiko verringern, im Alter daran zu erkranken. Gesundheitsökonom Prof. Martin Karlsson von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und sein Team haben einen langen Atem bewiesen und diesen kausalen Zusammenhang nun widerlegt – anhand einer Schulreform, die vor 80 Jahren die Schulzeit in Schweden verlängerte. Das American Journal of Epidemiology berichtete.*

Bildung galt als vielversprechender Faktor, mit dem sich das Risiko einer Demenzerkrankung aktiv verringern ließ – und tatsächlich ist eine Korrelation zu erkennen: Alzheimer und ähnliche Krankheiten treffen häufiger Menschen mit geringem Bildungsabschluss als Akademiker. Doch ist es tatsächlich die Bildung an sich, die den schützenden Effekt hat?

Nicht unbedingt, sagen Wissenschaftler um UDE-Professor Martin Karlsson. Jahrelang haben er und seine Kollegen Archive durchforstet nach Informationen zur Reform der schwedischen Volksschule zwischen 1930 und 1950. Damals wurde nach und nach landesweit die Schulpflicht von sechs auf sieben Jahre verlängert. „Genau das ist der springende Punkt“, erklärt Karlsson. „Sie war verpflichtend für alle 13-Jährigen, unabhängig von Intelligenz, Charakter, sozialem Umfeld oder anderen Faktoren, die normalerweise die Entscheidung beeinflussen, wie lange man zur Schule geht.“ So verglichen die Forscher die unterschiedlich lange Ausbildung mit Demenzdiagnosen von 1,3 Millionen Menschen der Geburtsjahrgänge 1920 bis 1936.

Mehr Bildung, aber nicht mehr Geld

Eine parallele Studie zum Arbeitsmarkterfolg zeigte, dass die verlängerte Ausbildung keinen nennenswerten Einfluss auf den Status im späteren Leben hatte – Berufswahl und Einkommen veränderten sich nach der Reform im Durchschnitt nicht, damit ebenso wenig die Möglichkeiten zur gesunden Ernährung oder Krankenversorgung.

So konnten die beteiligten Ökonomen, Epidemiologen und Psychologen sicher sein, tatsächlich nur den Einfluss des zusätzlichen Schuljahres zu untersuchen. Das American Journal of Epidemiology berichtet darüber in seiner aktuellen Ausgabe.

Dass es zwar eine Korrelation zwischen beiden Aspekten, aber keine Kausalität gibt, erklärt Karlsson wie folgt: „Wichtige Faktoren für den schulischen Erfolg –zum Beispiel Intelligenz oder sozioökonomischer Hintergrund – beeinflussen auch unseren Alterungsprozess.“

* An der internationalen Studie unter Karlssons Leitung waren auch das Karolinska-Institut in Stockholm, die Universität Lund (beide Schweden) sowie das Irving Medical Centre der Columbia University (New York City, USA) beteiligt.

HInweis für die Redaktion:
Ein Foto zu dieser Mitteilung stellen wir Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung:
https://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php
Es zeigt eine Klasse in einer nordschwedischen Dorfschule in den 1920ern. Foto: © Lars Enarsson/Jamtlis fotosamlingar

Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/37 9-2427, birte.vierjahn@uni-due.de


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Martin Karlsson, Gesundheitsökonomik, Tel. 0201/18 3-3716, martin.karlsson@uni-due.de


Originalpublikation:

https://doi.org/10.1093/aje/kwaa255


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


Quelle: IDW