Neuer Fragebogen zum Fahrverhalten junger Verkehrsteilnehmer

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Der verborgene Mechanismus des Weltgeschehens

Seit Jahrtausenden ist die Menschheit bestrebt, die Welt, in der sie lebt, erkennen und verstehen zu lernen. Die Erfahrung führt zu einem wachsenden Tatsachenmaterial und die zunehmende Erkenntnis zu einem sich fortwährend verändernden Weltbild.
Jahrzehntelang sind es fast ausschließlich die Biologen gewesen, die sich an die Aufgabe der Aufstellung eines einheitlichen Weltbilds herangewagt haben, Botaniker und Zoologen, Anatomen und Physiologen.
Die exakten Naturforscher haben sich dagegen lange Zeit hindurch nicht recht getraut, an das Weltbild in seiner Gesamtheit heranzutreten; denn für den exakten Aufbau fehlten zu viele, und zwar großenteils gerade die grundlegenden Bausteine. Erst in neuerer Zeit sind die Naturforscher in die Lage gekommen, den Aufbau guten Mutes zu wagen.
Mit diesem Buch liegt nun ein mutiger Beitrag vor. Es ist eine gemeinverständliche Darstellung biotechnischer Systeme der Welt und des verborgenen Mechanismus‘ unseres Weltgeschehens.

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05.10.2020 15:13

Neuer Fragebogen zum Fahrverhalten junger Verkehrsteilnehmer

Doktorand der TH Köln hat bewährtes Tool optimiert und übersetzt.

Junge Autofahrerinnen und Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren sind in Deutschland doppelt so häufig in Unfälle verwickelt wie ältere Verkehrsteilnehmer. Damit die Ursachen dieses Phänomens besser untersucht werden können, hat Tim Jannusch vom Institut für Versicherungswesen der TH Köln einen etablierten englischsprachigen Fragebogen für den deutschen Sprachraum adaptiert und weiterentwickelt. Das Ergebnis ist Teil von Jannuschs Doktorarbeit und steht allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung.

„Im englischsprachigen Raum ist der ‚Behaviour of Young Novice Drivers Scale‘ von Bridie Scott-Parker seit 2010 ein häufig genutztes Instrument zur Analyse des Fahrverhaltens junger Verkehrsteilnehmer, das auch für Spanien und Osteuropa adaptiert wurde. Bislang stand aber noch keine deutsche Version zur Verfügung“, erläutert Jannusch.

Der ursprüngliche Fragebogen enthält 44 Fragen, die auf einer Skala zwischen „nie“ und „meistens“ beantwortet werden und zum Beispiel auf Geschwindigkeitsüberschreitungen, das Fahren bei ungünstigen Wetterbedingungen oder Fehleinschätzungen im Straßenverkehr eingehen. „2010 spielten Smartphones oder Entertainment-Systeme im Auto noch eine untergeordnete Rolle und finden sich deshalb in Scott-Parkers Version nicht wieder. Heute sieht die Welt anders aus. Wir haben verstanden, dass neben Entertainment-Systemen insbesondere Smartphones eine zentrale Quelle der Ablenkung darstellen. Darum haben wir 16 neue Fragen entwickelt, die etwa das Lesen und Schreiben von Nachrichten oder die Nutzung von Apps wie Spotify während der Fahrt adressieren“, so Jannusch.

Übersetzungsprozess

Im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit übersetzten Masterstudierende des Instituts für Translation und Mehrsprachige Kommunikation der TH Köln unter der Betreuung von Prof. Dr. Ralph Krüger den Fragebogen. Dabei mussten die Fragen nicht nur sprachlich korrekt übertragen, sondern auch an die Regeln der deutschen Straßenverkehrsordnung angepasst werden, wenn es etwa um Verstöße gegen Geschwindigkeitslimits geht. Nach einem ersten Test mit 33 Fahranfängerinnen und -anfängern wurden problematische Bestandteile wie doppelte Verneinungen oder retrospektiv formulierte Fragen optimiert. Die Verständlichkeit der vorgenommenen Änderungen wurde in einem weiteren Test überprüft.

In einer größer angelegten Untersuchung beantworteten anschließend 700 junge Fahrerinnen und Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren den Fragebogen. Damit sollten Erkenntnisse über ihr tatsächliches Fahrverhalten gesammelt und festgestellt werden, ob die interne Konsistenz des Instruments gegeben ist.

„Die übersetzte und überarbeitete Version des Fragebogens ist auf die aktuelle Lebenswelt angepasst. Zugleich wurden einige Angriffspunkte der ursprünglichen Version behoben, so dass nun systematische Fehler aufgrund von Formulierungen vermieden werden. Auf diese Weise können verlässliche Untersuchungsergebnisse gewonnen werden, die neue Erkenntnisse über das Risikoverhalten junger Fahranfänger zulassen“, sagt Prof. Dr. Michaele Völler. Sie leitet die Forschungsstelle Versicherungsmarkt am Institut für Versicherungswesen der TH Köln und betreut das Promotionsvorhaben gemeinsam mit Dr. Martin Mullins und Dr. Finbarr Murphy von der University of Limerick in Irland.

Auswertung der Umfrage

Neben der Überprüfung des Fragebogens wertete Jannusch auch die gegebenen Antworten aus. „Die Umfrage vermittelt einen interessanten Einblick, wie sich jüngere Verkehrsteilnehmer während der Fahrt ablenken lassen. Ich hoffe, dass weitere Untersuchungen mit dem nun zur Verfügung stehenden Tool dabei helfen, ein besseres Verständnis über das Fahrverhalten dieser Zielgruppe zu bekommen“, sagt Jannusch.

So gaben fast 90 Prozent der Befragten an, sich während der Fahrt zumindest gelegentlich mit den Mitfahrern zu unterhalten. 53 Prozent essen oder trinken mindestens gelegentlich. 26 Prozent gaben an, dass ihr Fahrverhalten gelegentlich durch negative Emotionen beeinflusst wird, bei weiteren 16 Prozent geschieht dies häufig oder sehr häufig. 84 Prozent der Fahranfängerinnen und Fahranfänger sind noch nie unter dem Einfluss illegaler Drogen gefahren. 11 Prozent gaben aber an, dass sie gelegentlich auch dann fahren, wenn sie das Gefühl haben, die legale Alkoholgrenze überschritten zu haben.

Wenn Sie Interesse an den Fragen des Fragebogens haben, wenden Sie sich gerne an tim.jannusch@th-koeln.de.

Veröffentlicht in:
Tim Jannusch / Michaele Völler / Finbarr Murphy / Martin Mullins (2020): A new version of the Behaviour of Young Novice Drivers Scale (BYNDS). Insights from a randomised sample of 700 German young novice drivers. Accident Analysis & Prevention, Volume 145
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S000145752030600X

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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, jedermann
Gesellschaft, Psychologie, Verkehr / Transport
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW