Städte im Kampf gegen Ressourcenverbrauch und Klimawandel: Wie wird weniger genug?

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Phänomen Naturgesetze

Was uns an den beinahe mythischen Denkern der antiken Welt so fasziniert, ist die wundervolle, abgeschlossene Einheit ihres Weltbildes. Mit welcher prachtvollen Gebärde steht einer dieser Denker vor uns, der legendenumrankte Pythagoras etwa, und sagt mit kühlem, unbeirrbarem Blick: Ich halte das Weltgeheimnis in den Händen.
Und hier beginnen die Ziele des vorliegenden Werkes. Es erblickt seine Aufgabe darin, in einem Umfang, der sich noch durcharbeiten lässt, ein wirkliches Verständnis der Welterscheinungen zu geben, soweit die Wissenschaft ein solches besitzt.
Es will gerade das bieten, was man in den vielen Werken über die Welt vergeblich sucht, weil diese den Ehrgeiz haben, möglichst viele Tatsachen zu bringen, deren Verarbeitung dann dem Leser überlassen bleibt.
Hier dagegen wird ein prinzipiell anderer Weg beschritten; die Tatsachen sind nur Hilfsmittel und nicht Endzweck. Es wird genau die Auswahl dessen geboten, was von dem gesamten sicheren Wissen zum Verständnis unseres naturwissenschaftlichen „Weltbildes“ notwendig ist.
Und der Leser dieses Buches kann wie Pythagoras mit unbeirrbaren Augen in die Welt blicken, denn er hält ihr Geheimnis in seinen Händen.

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14.01.2021 10:36

Städte im Kampf gegen Ressourcenverbrauch und Klimawandel: Wie wird weniger genug?

Neue Publikation von Stadtverwaltung Flensburg und Europa-Universität Flensburg zeigt, wie die vernachlässigte Nachhaltigkeitsstrategie der Suffizienz in der Stadtentwicklung wirksam werden kann.

Viele Städte sind unter Druck: Der Wohnraumbedarf steigt und mit ihm die Kosten für das Wohnen. Gewerbe und Handel wünschen sich zusätzlich Raum – vor allem am Stadtrand. Jedes Jahr werden mehr und immer größere Autos zugelassen, für die es Verkehrs- und Parkflächen braucht. Bislang reagieren Kommunen auf steigende Anforderungen mit Wachstum, das heißt Brachen oder Ackerland werden in Siedlungsfläche umgewandelt. Dort aber, wo Flächenkonflikte durch Wachstum gelöst werden, kollidiert dies mit Nachhaltigkeitszielen; mit der Reduktion von Emissionen oder dem schonenden Umgang mit Ressourcen.

Eine entscheidende Frage der gegenwärtigen Stadtentwicklung lautet daher: Wie wird weniger genug? Wie gelingt es, die Stadt für alle Menschen bezahlbar und lebenswert zu machen, ohne immer mehr Ressourcen zu verbrauchen? Die Nachhaltigkeitsstrategie der Suffizienz setzt auf Verhaltensänderung anstelle von Wachstum, um diese Ziele zu erreichen. Suffizienz in der Stadtentwicklung bedeutet, die städtische Infrastruktur so umzubauen, dass ressourcenarmes Leben einfach und alltagstauglich wird. Suffizienz begünstigt öffentlichen Wohlstand und schränkt privaten Luxus ein. Konkret heißt das, die Innen- vor Außenentwicklung, funktionsgemischte Quartiere, die Stadt der kurzen Wege, gemeinschaftliches Wohnen und großzügige öffentliche Freiräume zu fördern.

In der Praxis ist diese Strategie nicht einfach umzusetzen. Konflikte sind vorprogrammiert, wenn Parkflächen reduziert, Neubaugebiete eingeschränkt und Spielstraßen vergrößert werden sollen. Angesichts wachsender Flächenkonkurrenz stehen Kommunen so vor der Herausforderung, Interessen gegeneinander abzuwägen, Konflikte zu moderieren und Lösungen anzubieten. Wie das konkret aussehen kann, damit haben sich Mitarbeitende der Stadt Flensburg und des Norbert Elias Center der Europa-Universität Flensburg über drei Jahre hinweg in einem transdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beschäftigt, darunter der Bürgermeister und Kämmerer der Stadt, Henning Brüggemann.

Die Ergebnisse der Untersuchung, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 530 000 Euro gefördert hat, haben die insgesamt sechs Autor*innen Maike Böcker, Henning Brüggemann, Michaela Christ, Alexandra Knak, Jonas Lage und Bernd Sommer in einer Publikation zusammengetragen. In dem Projekt ergänzen wissenschaftliche und kommunalpolitische, theoretische und praktische Perspektiven einander. Die Unterschiede der vorgestellten Handlungslogiken führen zu einem tiefergehenden Verständnis und damit zur Erweiterung von Handlungsoptionen. So diskutieren die Autor*innen Suffizienz als kommunale Nachhaltigkeitsstrategie, benennen Hindernisse – wie etwa den Zwang zum Wachstum der gegenwärtigen Wirtschafts- und Sozialordnung -, stellen gelungene Beispiele aus der Praxis vor, fragen danach, was suffizienzorientiertes Verwaltungshandeln auszeichnet und zeigen auf, was sofort getan werden kann.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Michaela Christ
Norbert Elias Center for Transformation Design & Research
Leitung Forschungsbereich Diachrone Transformationsforschung
Europa-Universität Flensburg
Gebäude Riga
Auf dem Campus 1b
24943 Flensburg
Tel.: 0461 805 2871
E-Mail: michaela.christ@uni-flensburg.de

Dr. Bernd Sommer
Norbert Elias Center for Transformation Design & Reseach
Leitung Forschungsbereich Klima, Kultur & Nachhaltigkeit
Europa-Universität Flensburg
Gebäude Riga
Auf dem Campus 1b
24943 Flensburg
Tel.:0461 805 2239
E-Mail: bernd.sommer@uni-flensburg.de


Originalpublikation:

„Wie wird weniger genug“ erscheint am heutigen Donnerstag (14.1.) als Buch oder Open Access PDF im Oekom-Verlag: https://www.oekom.de/buch/wie-wird-weniger-genug-9783962382766


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Meer / Klima, Politik, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW